André Kattwinkel kümmert sich um Nager in Not

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André Kattwinkel muss Gemüse für seine kleinen Schützlinge gleich kistenweise kaufen. Futterspenden sind dem Tierliebhaber deshalb auch sehr willkommen.

Meinerzhagen - Sie wurden ausgesetzt oder im günstigsten Fall abgegeben. Manchmal waren sie krank – oder trächtig. Bei André Kattwinkel an der Otto-Fuchs-Straße haben die 62 Nager schließlich ein neues Heim gefunden. Der Meinerzhagener kümmert sich um Kaninchen und Meerschweinchen in Not.

André Kattwinkel ist 23 Jahre alt und was er und weitere Helfer in dem kleinen Tierheim leisten, kostet Zeit und Geld. Denn: Kattwinkels Aufnahmestation ist zwar inzwischen offiziell anerkannt und behördlich abgesegnet, ein Eintrag ins Vereinsregister ist allerdings noch nicht beantragt. „Wir planen das, aber aus Zeitgründen konnten wir das bisher noch nicht durchziehen“, erläutert der tierliebe Volmestädter.

Angefangen hat das Engagement für die kleinen Nager vor fünf Jahren mit zwei eigenen Meerschweinchen. Zu der anfänglich rein privaten Tierliebe gesellte sich schließlich der Gedanke, Tieren zu helfen. Und irgendwann hatte es sich – auch über die sozialen Medien – beinahe landesweit herumgesprochen, dass André Kattwinkel einspringt, wenn Menschen ihre Kaninchen oder Meerschweinchen aus welchen Gründen auch immer abgeben wollen oder ausgesetzte Nager gefunden werden. „Inzwischen habe ich pro Woche im Schnitt acht bis neun Termine, bei denen es ausschließlich um die Tiere geht“, erläutert der Meinerzhagener.

Besonders vor den Sommerferien und nach Weihnachten ist Kattwinkel unterwegs, weil Meerschweinchen oder Kaninchen einfach „auf der Straße“ landen, weil ihre Besitzer der Tiere überdrüssig sind. Oder – die deutlich ehrlichere Variante – direkt bei ihm abgegeben werden. Allergien der Halter, Geld- und/oder Zeitmangel und Überforderung sind laut Kattwinkel die häufigsten Gründe, die zur Trennung von Vier- und Zweibeinern führten.

Spendenquittungen darf André Kattwinkel zwar (noch) nicht ausstellen, dennoch freut er sich, wenn mitfühlende Meinerzhagener ihm Futter für die Tiere oder Baumaterial für einen neuen Stall vorbeibringen. „So ein Tier verursacht allein monatliche Futterkosten in Höhe von 100 bis 120 Euro, hinzu kommen Ausgaben beispielsweise für den Tierarzt.“

Füttern, säubern der Ställe und Gehege, das alles „frisst“ zudem beinahe die komplette Freizeit auf. Deshalb ist André Kattwinkel auch froh, dass nicht nur seine Partnerin Rebecca Skorupa, deren Nichte Lena Skorupa und Freund Nico Vollmerhaus kräftig mit anpacken, sondern auch seine Eltern Dirk und Katja Kattwinkel mitspielen. Schließlich muss nicht nur die Außenanlage an der Otto-Fuchs-Straße in Schuss gehalten werden, sondern auch die Innenhaltung an der eigenen Wohnung am Birkenweg. Dort ist eine Quarantänestation für Neuzugänge eingerichtet. „Das ist nötig, um sicherzustellen, dass meine anderen Tiere nicht angesteckt werden“, erläutert Kattwinkel.

Warum eine solche Hilfe für Kaninchen und Meerschweinchen wichtig ist, hat der Meinerzhagener schon oft erfahren. Wie bei einem besonders drastischen Fall in Schalksmühle: „Von dort habe ich fünf Tiere gebracht bekommen, die im Winter in einem Käfig ohne Futter ausgesetzt worden waren. Sie waren halb verhungert und hatten den Käfig angenagt, weshalb sie auch Plastik im Magen hatten.“ Drei von diesen armen Kreaturen haben schließlich überlebt und konnten in ein neues Zuhause vermittelt werden. Die neuen Besitzer mussten übrigens – wie jeder Tierliebhaber, der einen Nager von Kattwinkel aufnimmt – eine Schutzgebühr von 35 Euro bezahlen.

24 Stunden rund um die Uhr ist André Kattwinkel für Nager-Notfälle zu erreichen. Wer sich zwecks Futter- oder Baumaterial-Spenden mit ihm in Verbindung setzen möchte, erreicht ihn unter Tel. 0 23 54/7 06 36 07. Dort gibt es auch weitere Infos zu dem Meinerzhagener Nager-Projekt.

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