Nur wenige Schüler in der Notbetreuung

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So sieht es in (fast) allen Klassen des Evangelischen Gymnasiums derzeit aus: Lediglich eine Schülerin wurde dort bis gestern in einer Notgruppe betreut.

Kierspe/Meinerzhagen - Es sind nur wenige Kinder, die in den vier Kiersper Grundschulen und in der Gesamtschule betreut werden müssen. Stefanie Fischer, Leiterin der Verbundschule Bismarck und Servatius, meldet ein Kind, das zweimal in der Woche in die Schule kommt.

Sie weiß aber, dass es zwei weitere Kinder, deren Eltern im Gesundheitsbereich arbeiten, gibt. Bislang hätten sie aber keine Betreuung wahrgenommen – das könnte sich jedoch noch ändern. In der Verbundschule Pestalozzi und Schanhollen sind es insgesamt sieben Grundschüler, die in den beiden Einrichtungen betreut werden. Fünf Kinder aus drei Jahrgängen in der Pestalozzischule und zwei in der Schanhollenschule.

Dafür sind dann insgesamt fünf bis sechs Lehrer notwendig. Hinzu kommen die Schulleitung, Sekretärinnen und Hausmeister, die an den Grundschulen ihren Dienst verrichten. Lehrerkonferenzen finden derzeit natürlich nicht statt, erklärt Schulleiter Thomas Block. Und einige Kollegen, die zu den Risikogruppen zählen, bleiben Zuhause. Das gilt ebenfalls für die Gesamtschule Kierspe, wo Lehrer für fünf Schüler eine Notbetreuung durchführen. Für das siebenköpfige Schulleitungsteam, so Schulleiter Johannes Heintges, gibt es nicht nur (abwechselnd) eine Präsenzpflicht, sondern auch einiges an Arbeit.

Videokonferenz statt Projekttag

So wurde am Montag versucht, für die Abiturienten eine Videokonferenz aufzubauen, um so die normalerweise auf dem Unterrichtsplan stehenden Intensiv- und Projekttage zumindest in abgespeckter Form durchführen zu können – schließlich stehen bald die Abi-Klausuren an. „Ins Gespräch zu kommen ist auch etwas anderes, als Aufgaben per E-Mail oder online zu erhalten“, betont Johannes Heintges.

Der Probelauf nur mit Lehrern habe gut funktioniert, am Mittwoch, Donnerstag und Freitag gibt es dann die Videokonferenzen mit den Schülern der Leistungs- und Abikurse; bei Bedarf auch in der kommenden Woche. Während die Aufgabenverteilung bei den Grundschülern per Messenger gut klappt, wie Thomas Block berichtet, wäre diese Art der Vorbereitung auf die Abi-Klausuren nicht wirklich hilfreich. Im Umkehrschluss, meint der Leiter der Pestalozzi- und Schanhollenschule, würde ein Videounterricht bei den Grundschülern wenig bringen.

Gleichwohl nutzen auch die Kinder (oder ihre Eltern) die digitalen Medien. So wurde beispielsweise die Aufgabe, ein Gedicht auswendig zu lernen, nicht nur erledigt, sondern auch per Video aufgezeichnet und zur Schule geschickt, freute sich Block: „So bleiben wir auch in Kontakt!“

Positives Signal in schweren Zeiten

Ein positives Signal in sehr schweren Zeiten gibt es in Meinerzhagen: Bisher gelingt es den Eltern von Schülern, die Betreuung ihrer Kinder im Alltag zu meistern, ohne die angebotene Notfallbetreuung der Schulen nutzen zu müssen. Am Montag ergab ein Rundruf unserer Zeitung in den Einrichtungen, dass lediglich im Evangelischen Gymnasium Meinerzhagen (EGM) eine Schülerin betreut wurde.

In der Grundschule Am Kohlberg, der Valberter Ebbeschule und dem Meinerzhagener Teilstandort der Mosaikschule war niemand für die Notfallbetreuung angemeldet worden. Eine Nachfrage bei der Stadtverwaltung bei Heinz-Gerd Maikranz, Leiter des Fachbereichs Bürgerdienste, ergab, dass es auch in der Sekundarschule und in der Grundschule Auf der Wahr keine Anmeldungen für die Notfallbetreuung gab. Gleichwohl bleibt dieses Angebot seitens der Meinerzhagener Schulen natürlich nach wie vor bestehen. Sollten Eltern also doch noch eine Notfallbetreuung für ihre Kinder benötigen, so können sie sich bei den Einrichtungen melden.

Zudem hat das Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen die seit dem vergangenen Mittwoch bestehende Regelung zur Notfallbetreuung erweitert. In der entsprechenden Schul-E-Mail des Ministeriums vom Freitag – auch auf der Internetseite des Ministeriums zu lesen – heißt es unter anderem wie folgt: „Ab dem 23. März 2020 wird die bestehende Regelung erweitert: Einen Anspruch auf Notbetreuung haben alle Beschäftigten unabhängig von der Beschäftigung des Partners oder der Partnerin, die in kritischen Infrastrukturen beschäftigt sind, dort unabkömmlich sind und eine Betreuung im privaten Umfeld nicht gewährleisten können. [...] Ebenfalls ab dem 23. März 2020 bis einschließlich 19. April 2020 wird ebenfalls der zeitliche Umfang der Notbetreuung ausgeweitet. Ab dann steht die Notbetreuung bei Bedarf an allen Tagen der Woche, also auch samstags und sonntags, und in den Osterferien grundsätzlich mit Ausnahme von Karfreitag bis Ostermontag zur Verfügung.“

Eltern finden dort auch ein Antragsformular als PDF-Datei zum Herunterladen. Zum Thema Notfallbetreuung informieren die Schulen in Meinerzhagen und Kierspe auch auf ihren jeweiligen Internetseiten. Damit die Schüler den Lehrstoff auch während der Zeit lernen können, in der wegen der Corona-Krise kein Unterricht in den Schulen möglich ist, haben sie bekanntlich Aufgaben für Zuhause erhalten. Und dies läuft in beiden Städten bislang offenbar ohne Probleme.

Schüler lernen jetzt Zuhause

Beim Gymnasium in Meinerzhagen werden die Aufgaben von den jeweiligen Fachlehrern zusammengestellt. Es habe auch schon positives Feedback von den Eltern gegeben, so Schulleiter Sven Dombrowski. „Die Kollegen machen das sehr gewissenhaft und vorbildlich“, lobt er. Das EGM nutzt schon länger ein digitales Klassenbuch. „Darin können die Eltern sehen, welche Hausaufgaben gegeben werden.“ Dieses wird nun auch während der Corona-Krise genutzt.

Seitens der Sekundarschule weist Steffi Wegner, Abteilungsleiterin 5 bis 7, auf die Internetseite der Schule hin. Dort gibt es unter dem Punkt „Aktuelles“ einen Link zu Lernmaterialien. Übersichtlich sortiert nach Jahrgängen und Fächern können dort Aufgaben als PDF-Dateien heruntergeladen werden. Auf den klassischen E-Mail-Versand setzt die Grundschule Am Kohlberg.

„Die Aufgaben werden von jeweiligen Klassenlehrern zusammengestellt“, so Schulleiterin Sibylle Eich. Wie Stefanie Nesselrath, kommissarische Schulleiterin der Valberter Ebbeschule im Gespräch mit unserer Zeitung erklärte, stellen auch dort die jeweiligen Klassenlehrer die Aufgaben zusammen. Sie werden per E-Mail versandt. Auch auf der Internetseite sind die Aufgaben verfügbar. Zudem würden viele Eltern und Kinder beim Lernen auch die Internetseite antolin.de nutzen.

Seitens der Mosaikschule erklärte Schulleiterin Anna Christoforidis, dass es das Lernmaterial per E-Mail oder per App Schoolfox gibt. Zudem ist auch der Versand per Post möglich, denn nicht in jedem Haushalt gebe es einen Drucker. E-Mail, Homepages und Messenger werden auch an den anderen Schulen für die Aufgabenverteilung genutzt.

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