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Landwirtschaft auf einstigen Waldflächen?

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Von: Klaus Schliek

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Vorstandstisch mit Günter Buttighoffer
Nahmen als Vertreter des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes und der Landwirtschaftskammer NRW an der Winterversammlung teil: (von links) Nikola Galla, Günter Buttighoffer, Dirk Voß und Rainer Hahn. © Klaus Schliek

Kalamitätsflächen wieder aufforsten – oder sie künftig als Acker und Grünland landwirtschaftlich nutzen?

Meinerzhagen/Valbert - Diese Frage stellt sich laut Günter Buttighoffer mehr und mehr den heimischen Landwirten. „Es gibt im Märkischen Kreis 100 bis 150 Hektar Fläche, für die das aus Sicht der Landwirte in Frage kommt“, berichtete der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes während der Winterversammlung des Ortsverbandes Meinerzhagen/Valbert.

Trockenheit und Borkenkäferbefall haben in den letzten drei Jahren vor allem den Fichtenbeständen arg zugesetzt. Überall werden gerade die kranken und abgestorbenen Bäume gefällt, was zu großflächigen Kahlschlägen führt. Grenzen solche im Besitz der Bauern befindlichen Wälder an die von ihnen bewirtschafteten landwirtschaftlichen Nutzflächen, kann ein Wechsel vom Wald zur Weide Sinn machen.

Er muss aber im Einklang mit dem Natur- und Landschaftsschutz stehen und bedarf einer Bewilligung der zuständigen Forstbehörde. Die Richtlinienkompetenz liegt beim NRW-Umweltministerium. Laut Auskunft von Günter Buttighoffer steht in diesen Tagen ein Gedankenaustausch zu dem Thema zwischen Landwirtschaft und Ministerium an. Die Verbandsvertreter hoffen auf ein Entgegenkommen der Politik. Doch der Ausgang ist offen und klare Regelungen sind kurzfristig wohl nicht zu erwarten. Der Kreisverbandsvorsitzende rät betroffenen Landwirten vor Ort daher zu Einzelgesprächen mit den zuständigen Forstämtern.

Eine Etage über der Landespolitik hat sich für die Landwirte mit dem Ausgang der Bundestagswahl und der neuen Ampelkoalition einiges verändert. Mit Cem Özdemir als Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft und der neuen Bundesumweltministerin Steffi Lemke geben jetzt zwei Politiker/innen von Bündnis90/Die Grünen die Richtung bei den Landwirtschaft-Themen vor.

„Im Koalitionsvertrag sind gute Ansätze für unseren Berufsstand zu erkennen. Geben wir der neuen Regierung also die Chance, ihre Vorhaben umzusetzen“, so Buttighoffer. Er lobte angesichts des immer knapper und teurerer werdenden Agrarlandes die angestrebte Reduzierung des Flächenverbrauchs für Baumaßnahmen. Gut sei auch die Forderung nach fairen Preisen für landwirtschaftliche Produkte, sodass die Bauern von ihrer Arbeit leben könnten. In Sachen Tierwohl forderte der Vorsitzende künftig mehr Unterstützung für die nötigen Umbauarbeiten auf den Höfen. Die Ansätze der neuen Bundesregierung bei den erneuerbaren Energien hält Buttighoffer für gut, da sie den landwirtschaftlichen Betrieben neue Einkommensquellen erschließen können.

Weitere Tipps und Hinweise für die Landwirte gab es im Rahmen der von Ralf Brinkmann geleiteten Ortsverbandsversammlung von Kreislandwirt Dirk Voß, von Wirtschaftsberater Rainer Hahn und von Kreis-Geschäftsführerin Nikola Galla.

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