Närrisch bei den Nachbarn in Attendorn

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Auch die Weltpolitik wird beim Karneval in Attendorn aufs Korn genommen.

Meinerzhagen/Attendorn - Meinerzhagen und Attendorn trennen gerade einmal gut 20 Kilometer. Und doch liegen Welten zwischen den beiden Nachbarstädten – jedenfalls wenn es um den Straßenkarneval geht.

Sind in Meinerzhagen von Rosenmontag bis Aschermittwoch kostümierte Menschen im Straßenbild etwas Besonderes, ist es in Attendorn umgekehrt: Wer dort zum Beispiel am Veilchendienstag normal gekleidet unterwegs ist, zählt zu einer Minderheit. Zwischen 20 000 und 30 000 jecke Besucher werden am 5. März in der Hansestadt erwartet, wenn sich ab 11.11 Uhr der wohl größte Umzug Südwestfalens in Bewegung setzt. 

Los geht es wie immer ab dem Parkplatz unterhalb der Attendorner Tropfsteinhöhle an der Finnentroper Straße. Durch die Innenstadt zieht sich der närrischen „Lindwurm“ mehrere Stunden lang bis zum „Alter Markt“ im Herzen der Stadt.

„Attendorn ist und bleibt die Karnevalshochburg in Südwestfalen. In jedem Jahr schlängeln sich knapp 2000 Zugteilnehmer – aufgeteilt auf über 100 Wagenbauer-, Musik- und Fußgruppen – beim großen Veilchendienstagszug durch die närrischen Straßen der Hansestadt“, informiert die Karnevalsgesellschaft „Die Kattfiller“. Mit dabei sind dann übrigens auch Meinerzhagener. An Position 20 wird die etwa 30 Personen starke Fußgruppe „Valbert lot gohn“ den Karneval aus dem Ebbedorf repräsentieren. Als Motto haben sich die heimischen Narren das bereits bei der eigenen Veranstaltung in der Ebbehalle eingeführte Motto „An der Listerstraße, da steht eine Allee und die Bäume im Asphalt, dank Straßen.NRW“ ausgesucht. 

Als „Nummer 61“ im großen Veilchendienstags-Umzug werden dann 25 Musiker des Fanfarenzuges Meinerzhagen mitmarschieren. Sie sorgen in Attendorn wieder einmal für ausgelassene Stimmung und halten die Meinerzhagener Farben beim Straßenkarneval hoch.

Das Motto der Mega-Veranstaltung in der Hansestadt lautet in diesem Jahr übrigens „Sei kein Tor, trag’s mit Humor“. 

Für Dominik Busch, Mitglied des Valberter Elferrates, gehört der Veilchendienstags-Umzug in der Nachbarstadt Attendorn zu den Höhepunkten jeder Session. Als Familienvater marschiert er allerdings nicht mehr mit, sondern verfolgt den Trubel als Zuschauer. So oder so, seine Meinung steht fest: „Eine unglaubliche Stimmung. Man trifft viele Bekannte, denen man zuvor beispielsweise bei Sitzungen begegnet ist.“ 

Straßenkarneval – ist das auch in Valbert denkbar? Wohl eher nicht. Dominik Busch: „Der Aufwand wäre einfach zu groß, auch wegen der Sicherheitsauflagen, die eingehalten werden müssten und die wir schon vom Schützenfest her kennen. Wir sind in Valbert ja auch mit dem Sitzungskarneval groß geworden.“ Außerdem sieht Busch starke Konkurrenz im Valberter Umland. Da auch noch in Valbert einen Umzug anzubieten, davon hält er auch aus diesem Grund nichts. „Irgendwann reicht es halt, irgendwann sind die Leute auch satt.“ Kopfüber eintauchen ins närrische Vergnügen, das lassen sich Jecken aus dem Ebbedorf an Veilchendienstag nicht nehmen. Nach Attendorn fahren Mitglieder der Konfettis, Funkenmariechen, Husaren und des Valberter Elferrates. Ins „Kattfiller“ wird sich am Dienstag also auch das ein oder andere „lot gohn“ mischen.

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