Thomas-Cook-Pleite betrifft auch Meinerzhagener

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Auch das Reisebüro Lück in Valbert arbeitete mit dem Reiseveranstalter Thomas Cook zusammen. Von der Pleite betroffen sind aktuell auch viele Meinerzhagener Urlauber.

Valbert - Noch vor ihrem Urlaub wird für mindestens 24 Meinerzhagener die vermeintlich schönste Zeit des Jahres zum Albtraum. Denn: Sie sind Kunden der insolventen Thomas-Cook-Gruppe. Zwischen den Fronten: das Reisebüro Lück in Valbert.

„Wir arbeiten jetzt seit 40 Jahren mit Thomas Cook zusammen. Was die jetzt machen, ist unbegreiflich.“ Jutta Oerder hat in der Tourismusindustrie bereits viele Unternehmen kommen und gehen sehen. Dass es mit Thomas Cook nun einen echten „Dino“ der Branche erwischt hat, ist für sie das eine – wie das Unternehmen mit dieser Krise jedoch umgeht, das andere

„Es wurden von jetzt auf gleich alle Informationskanäle abgeschaltet. Wir hängen in der Luft“, sagt Tochter Caroline Oerder, die erst in der vergangenen Woche eine Reise mit Thomas Cook vermittelt hat. „Wer hätte das ahnen können?“, ärgert sie sich über die Nacht-und-Nebel-Pleite des britischen Konzerns mit seinen Töchtern in Deutschland. Und die haben klingende Namen, die jedem Pauschaltouristen geläufig sein dürften: Neckermann gehört ebenso dazu wie Bucher oder Air Marin sowie natürlich die Marke Thomas Cook selbst. 

„Das ist für uns als Vermittler ein No-Go, was dort nun veranstaltet wird“, sagt Caroline Oerder. Die Reisebüros als Unbeteiligte sind für viele Reisende erste Ansprechpartner. „Aber wir können nicht helfen, bekommen nichtmal Hinweise, wie es weitergehen könnte“, sagt Oerder. Nur so viel steht wohl schon jetzt fest: Urlauber, die bei einem der betroffenen Veranstalter gebucht haben, werden ihr Hotel vor Ort nochmals zahlen müssen – denn die Unterkünfte haben von Thomas Cook offenbar in vielen Fällen noch kein Geld für die gebuchten Reisen erhalten. „Aber welche Familie kann es sich schon leisten, mal eben weitere 3000 Euro für die Unterkunft zu zahlen?“, fragt Caroline Oerder – natürlich rhetorisch. 

Viele dürften ihre Reise unter diesen Umständen gar nicht erst antreten – und müssen auf die Rückzahlungen der Versicherungen hoffen. „Ob die aber in voller Höhe ausgeschüttet werden können, ist unsicher“, weiß Oerder. So bleibt ihr und dem Team in Valbert nichts anderes übrig, als den Kunden so gut es geht hilfreich beizustehen und die Konsequenzen zu ziehen. Denn eines steht für Caroline und Jutta Oerder schon jetzt fest: Egal, ob und wie es mit Thomas Cook doch noch einmal weitergehen sollte – „für dieses Unternehmen werden wir nie wieder Reisen vermitteln!“

Inzwischen meldete übrigens auch die Deutsche Thomas Cook Insolvenz an.

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