Konzept muss noch fertiggestellt werden

Klimaschutz soll verstärkt in den Fokus rücken

+
Auch im Meinerzhagener Rathaus macht man sich Gedanken über das Klimaschutzkonzept. Ob man gemeinsam mit anderen Kommunen einen Beauftragten beschäftigt, muss aber zunächst im politischen Raum erörtert werden.

Meinerzhagen - Das Bundesumweltministerium fördert die Verbesserung des kommunalen Klimaschutzes. Darunter fällt auch die Finanzierung einer neuen Stelle in den Rathäusern - möglicherweise auch in Meinerzhagen.

Man kennt diesen Beruf, wenn überhaupt, aus größeren Städten: Klimaschutzmanager beziehungsweise -beauftragte. Doch auch auf kommunaler Ebene wird dem Klimaschutz mehr Priorität eingeräumt. 

Der Kreis hat seit 2011 solch eine Klimaschutzbeauftragte: Petra Schaller. Doch diese Funktion soll auch auf kommunaler Ebene etabliert werden. „Das ist unglaublich wichtig“, sagt Schaller. Die Kommunen Halver, Schalksmühle, Meinerzhagen, Kierspe und Herscheid wollen nun eine gemeinsame Stelle schaffen. 

Gefördert würde sie in den ersten drei Jahren durch das Umweltbundesamt, verlängert werden kann sie dann um weitere zwei Jahre. Dann wären die Kommunen jedoch selbst für die Finanzierung zuständig. Zu den Aufgaben dieser oder dieses Beauftragten gehört es, ein integriertes Klimaschutzkonzept für die Stadt unter Einbeziehung relevanter örtlicher Akteure zu entwickeln und Maßnahmen nachhaltig umzusetzen sowie Fördermittel zu akquirieren. 

Coronavirus bremste Konzept aus

Entwickelt ist solch ein Konzept bereits. Die Erstellung wurde vom Bundesministerium für Umwelt gefördert, und im Zuge dieser finanziellen Unterstützung wollten die fünf Kommunen Klimacafés veranstalten sowie eine virtuelle Ideenkarte erstellt – die MZ berichtete. 

Allerdings mussten viele Veranstaltungen, so auch in Kierspe und Meinerzhagen, infolge der Corona-Krise abgesagt werden. Nur das Klimacafé in Halver fand am 9. März statt – noch vor der Eskalation der Krise. Doch Corona macht eine neue Form der Bürgerbeteiligung notwendig. „Hier ist nun eine Online-Beteiligung geplant, bei der die Bürger die aus ihrer Sicht wichtigsten Maßnahmen benennen können“, sagte Friedrich Rothaar, Fachbereichsleiter Technischer Service, im Gespräch mit der MZ. Eigentlich sollte das Konzept zum 30. Juni fertiggestellt sein, wegen der außergewöhnlichen Situation wurde die Frist aber bereits auf den 30. September verschoben. 

Bis dahin haben die Kommunen noch für die Entwicklung Zeit. Auch aufgrund dieses neuen Zeitrahmens rechnet Rothaar mit einer politischen Entscheidung zur Beschäftigung eines Klimaschutzbeauftragten nicht vor der Kommunalwahl am 13. September. 

Gremien müssen entscheiden

In sämtlichen Gremien der beteiligten Städte muss diese Idee nun ohnehin zunächst thematisiert werden. Durchaus möglich ist es nach Informationen unserer Zeitung, dass sich am Ende nicht alle fünf Kommunen für die Einrichtung einer solchen Stelle entscheiden. Halvers Bürgermeister Michael Brosch kann sich in diesem Fall vorstellen, die Umsetzung auch mit den verbliebenen Kommunen anzugehen – im Notfall auch alleine. Doch in der interkommunalen Zusammenarbeit sehe er die besten Chancen für die Region. Auch wenn es für einen Klimaschutzmanager „sportlich“ sei, fünf Kommunen im Blick zu haben. 

Wie Petra Schaller sagt, seien insgesamt 620 Ideen in den fünf Kommunen eingegangen, ein Drittel davon beschäftige sich mit dem großen Thema Mobilität und Verkehr. Am Ende werden die Ideen gebündelt und zu einem Konzept mit Maßnahmen formuliert. Diese heißt es dann auf kommunaler Ebene umzusetzen. Eine Verwaltung alleine schaffe das nicht zusätzlich. 

"Das muss jemand koordinieren"

„Das muss jemand koordinieren“, sagt die MK-Klimaschutzbeauftragte. Insgesamt acht Städte und Gemeinden im Kreis erwägen derzeit die Schaffung einer solchen Stelle. Neben den fünf Kommunen Oben an der Volme sind das Plettenberg, Neuenrade und Nachrodt-Wiblingwerde. Altena, Werdohl, Iserlohn und Lüdenscheid haben bereits Klimaschutzbeauftragte. 

Menden hatte im März wieder eine Stelle ausgeschrieben, nachdem 2017 der Mendener Klimaschutzmanager nach drei Jahren seine Arbeit niederlegen musste. Der dortige Ausschuss für Planung und Umwelt stimmte weiteren zwei Jahren nicht zu.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare