Corona-Schutzverordnung erlaubt Festivitäten frühestens ab September

Auch in diesem Jahr keine Schützenfeste in Valbert und Hunswinkel

Strahlende Majestäten und fröhliche Schützen würde man in Hunswinkel gerne sehen, doch der Verein Zur Listertalsperre wird sein Fest im Juli erneut nicht feiern können.
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Strahlende Majestäten und fröhliche Schützen würde man in diesem Jahr in Hunswinkel gerne sehen, doch der Verein Zur Listertalsperre wird sein Fest im Juli erneut nicht feiern können.

Die gute Nachricht: Es können wieder Schützenfeste gefeiert werden! Die schlechte: Möglich sein wird das frühestens ab dem 1. September, vorausgesetzt, die Inzidenz liegt zu diesem Zeitpunkt unter dem Wert 35. Heißt im Klartext: Auch für die beiden Vereine Valbert und Zur Listertalsperre sind die Feste in diesem Jahr erneut gestrichen. Klar war das den Verantwortlichen jedoch bereits vor der Veröffentlichung der neuesten Corona-Schutzverordnung. „Ein Schützenfest wäre im Juli für mich einfach nicht vorstellbar“, sagten die Vorsitzenden Dominik Busch und Maik Homuth unisono.

Valbert/Hunswinkel – Schützenfeste sind Veranstaltungen des Brauchtums, vor allem aber Feste der Geselligkeit: „All das, was zum Schützenfest dazu gehört, wäre unter den derzeitigen Bedingungen doch gar nicht möglich gewesen“, steht für Maik Homuth, seines Zeichens Vorsitzender der Listertaler Schützen, fest. Mit seinen Mitstreitern des erweiterten Vorstands wollte Homuth dennoch während einer Online-Sitzung am Mittwochabend die Schützenfestfrage diskutieren, „weil es wichtig ist, alle mit ins Boot zu holen und einzubinden und keine einsamen Entscheidungen zu treffen.“ Bis Ende des Monats sollte ein Entschluss herbeigeführt werden, das sei auch mit den Partnern, dazu gehören beispielsweise die Schausteller, vereinbart worden. Die Planungen seien daher so weit wie möglich hinausgezögert worden. Den Tagesordnungspunkt Schützenfest 2021 konnten alle Beteiligten dann jedoch schnell streichen, denn kurz vor Beginn der Sitzung sei die neue Verordnung eingetroffen, berichtet Homuth, die eben besagt, dass Feste erst ab dem 1. September möglich sind. „Eigentlich hat aber auch vorher niemand ernsthaft daran geglaubt, dass wir feiern können“, gibt der Vorsitzende ein Stimmungsbild wieder. Auch wenn nun erneut ein Highlight im Jahreskalender ausfalle, halte sich die allgemeine Enttäuschung im Vergleich zum Vorjahr eher in Grenzen. „Im letzten Jahr war es schlimmer. Mittlerweile haben wir alle die scharfen Einschränkungen erlebt und wissen, wie die Pandemie wütet.“

Begeisterung für das Schützenwesen erhalten

Befürchtungen, dass es zukünftig schwieriger werden könnte, den Schützengedanken aufrecht zu erhalten und Begeisterung für das Schützenwesen auszulösen, hat der Chef der Hunswinkler Schützen jedoch nicht. „Vereine leben von dem Zusammenhalt und vom Zusammentreffen. Die einzelnen Gruppen wie der Prinzenclub, die Kinderschützen oder die Schießgruppe halten Kontakt, daher gehe ich nicht davon aus, dass wir uns entfremden.“ Das habe sich auch während der virtuellen Sitzung gezeigt. „Das Interesse am Verein ist nach wie vor da“, ist sich Maik Homuth sicher.

Mitgliedern des Vereins eine Perspektive

Im vergangenen Jahr wurde an dem Wochenende, an dem eigentlich in der Listerhalle gefeiert werden sollte, kurzerhand eine digitale Schützenlotterie durchgeführt, auch für den Schützennachwuchs gab es eine Aktion. Ähnliches werde es diesmal sicherlich wieder geben, außerdem erneut eine digitale Festzeitung. Auch auf diese Weise solle versucht werden, die Gemeinschaft weiter zu fördern. Im September soll, wenn möglich, die Jahreshauptversammlung durchgeführt werden. „Wir möchten versuchen, eine Perspektive zu geben.“ Ein Ausflug oder die Wiederbelebung des Stammtisches in der neuen Gaststätte Zur Listertalsperre seien weitere Vorschläge, die während der Vorstandssitzung gemacht worden seien. Vielleicht sei es sogar möglich, im Herbst die Biermesse durchzuführen, wollen sich die Listertaler Schützen nicht entmutigen lassen, dass sie auf längere Sicht wieder an alte Zeiten anknüpfen können.

Vorstand in Valbert stimmt sich ab

Auch im Ebbedorf Valbert wird es in diesem Jahr weder einen neuen König, noch einen neuen Prinz geben. Mit der neuen Corona-Schutzverordnung sei die Lage eigentlich eindeutig, „offiziell werden wir uns darüber am Wochenende innerhalb des Vorstands abstimmen“, sagt der Vorsitzende des Valberter Schützenvereins Dominik Busch. „Wie soll das funktionieren?“, stand für ihn indes allerdings schon vor der Veröffentlichung des aktuellen Corona-Schriftwerkes fest, dass die Voraussetzungen für ein unbeschwertes Fest im Juli leider noch nicht gegeben seien, auch wenn sich jeder nach Normalität sehne.

Über Hygienevorschriften und die vielen damit verbundenen Ungewissheiten muss wohl nun auch in Valbert erst einmal nicht nachgedacht werden. Neben den vielen organisatorischen Hürden sei nur eine Sache einfach gewesen: „Einen Vogel hätten wir noch im Keller“, bemüht sich Dominik Busch, seinen Humor nicht zu verlieren.

Konzert „Valberter Colonia“ im Herbst?

Apropos Humor: Im vergangenen Herbst hätte in der Ebbehalle auch ein großes Konzert mit kölschen Top-Bands steigen sollen. Das Jubiläum des Valberter Karnevals sollte so gebührend gefeiert werden. Corona ließ auch dies nicht zu, sodass die Veranstaltung auf den 30. Oktober 2021 verschoben wurde. Auch hier stelle sich natürlich nun die Frage, ob das Konzert in diesem Jahr stattfinden könne. Auch wirtschaftliche Aspekte spielten dabei eine Rolle. „Wir müssen Gespräche führen und schauen“, wagte Dominik Busch in dieser Hinsicht noch keine Prognose.

Auch wenn der Valberter sicher ist, dass auch seine Mitstreiter weiterhin motiviert sind, über die jüngere Generation mache er sich schon Gedanken, sagt Dominik Busch: „Diejenigen, die jetzt 13, 14, 15 oder 16 Jahre alt sind, werden drei Jahre ihrer Jugend ohne Schützenfest aufwachsen. Das ist in diesem Alter eine lange Zeit, in der sie normalerweise langsam in den Verein ‘hineinwachsen’ würden.“ Es sei zu hoffen, dass es weiterhin gelinge, auch Jüngere für den Schützengedanken zu begeistern.

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