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Im Wald führt die Natur Regie

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Von: Jürgen Beil

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Förster Matthias Borgmann hatte in seinem Revier in den vergangenen Jahren auch Trockenschäden an den Bäumen zu beklagen.
Förster Matthias Borgmann hatte in seinem Revier in den vergangenen Jahren auch Trockenschäden an den Bäumen zu beklagen. © Beil, Jürgen

Der Wald sieht inzwischen anders aus als noch vor Jahren.

Meinerzhagen – „Stürme, Dürren und Schädlinge haben den Wäldern in Nordrhein-Westfalen schwere Schäden zugefügt und Kahlflächen hinterlassen. Aufgabe und Verpflichtung der Waldbesitzer ist es trotz dieser schwierigen Lage, die entstandenen Kahlflächen wieder aufzuforsten“, stellt der Landesbetrieb Wald und Holz.NRW fest. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten. Eine aktive und eine passive. Der Waldbesitzer, der sich für letztgenannte Variante entscheidet, überlässt der Natur die Wiederaufforstung.

Naturverjüngung spielte große Rolle

Matthias Borgmann ist Förster beim Landesbetrieb Wald und Holz.NRW. Er erläutert, dass die Naturverjüngung im Staatswald bereits eine sehr bedeutende Rolle spiele. „Das hat gute Gründe. Denn: Die Naturverjüngung geschieht kostenlos. Man pflanzt nicht, sondern die Bäume entstehen aus Samen. So entwickeln die Pflanzen auch bessere Wurzeln.“ Allerdings gibt es laut Borgmann nicht immer die Garantie, dass Naturverjüngung auch funktioniert.

Von Wald und Holz.NRW gewünscht ist in Zukunft der Mischwald. Fichten Monokulturen dagegen sind nicht mehr das Ziel. Allerdings: „Dort, wo einst Fichten gestanden haben, liegen schon Millionen ihrer Samen im Boden. Auf diesen Flächen müssen wir weiter künstlich zupflanzen, um Mischwald zu erreichen“, beschreibt der heimische Förster die Situation auf vielen Kahlflächen rund um Meinerzhagen.

Standort ist entscheidend

Außerdem, so Borgmann weiter, komme es immer auf den jeweiligen Standort an: „Da müssen wir stets ein waldbauliches Auge drauf haben und an einigen Stellen auch Jahre abwarten, wie sich die Fläche entwickelt. Wenn wir zupflanzen, dann natürlich standortgerechte Bäume. Eine Ergänzung zu den Fichten ist dann wünschenswert, um gemischte Baumarten anzusiedeln.“

Bei der Naturverjüngung werden Waldbesitzer auch von Land und Bund unterstützt. „Wald kann nicht nur durch aktives Pflanzen oder Säen verjüngt werden. Eine weitere Möglichkeit, um neue Wälder entstehen zu lassen, ist die Nutzung der natürlichen Ansamung von Forstpflanzen. Das Landesforstgesetz sieht grundsätzlich die aktive Wiederaufforstung innerhalb von zwei Jahren vor. Anstelle der aktiven Wiederaufforstung kann aber auch die flächendeckende Entwicklung von Wald durch die natürliche Ansamung von Forstpflanzen von der Forstbehörde zugelassen werden“, heißt es vom Landesbetrieb. Weiter wird informiert: „Anträge auf die Zulassung der natürlichen Verjüngung von Wald können bei den zuständigen Forstämtern gestellt werden.“

Anträge können auch abgelehnt werden

Ein Antrag kann laut Wald und Holz genehmigt werden, wenn die betroffene Fläche für eine natürliche Ansamung geeignet ist. „Dies wäre zum Beispiel der Fall, wenn sich auf der Fläche bereits Naturverjüngungen entwickeln. Auch wenn Samenbäume vorhanden sind und keine starke Konkurrenzvegetation zu erwarten ist, kann die natürliche Ansamung zugelassen werden“, heißt es.

Nicht standortgerechte Verjüngungen, beispielsweise der Fichte in niedrigen Höhenlagen, können zugelassen werden, wenn sie als Vorwald für später einzubringende standortgerechte Baumarten dienen sollen oder als zeitlich begrenzte Beimischung mit niedriger Produktionszeit genutzt werden.

Die Experten des Landesbetriebes Wald und Holz.NRW abschließend: „Anträge auf die Zulassung der natürlichen Verjüngung von Wald werden insbesondere dann abgelehnt, wenn unter den gegebenen Bedingungen (...) keine Naturverjüngung von Waldbaumarten zu erwarten ist. Eine Zulassung auf mechanisch verdichteten Flächen ist in der Regel ausgeschlossen.“ bei

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