Sanierung wird verschoben

Auch Baugesellschaft reagiert auf Corona

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Die Investitionen in den Wohnungsbestand, wie hier bei den Sanierungsmaßnahmen von Häusern an der Dränkerkampstraße, werden nicht zurückgefahren, verspricht Oliver Drenkard, Chef der MBG.

Meinerzhagen - Es gibt kaum einen Bereich des öffentlichen Lebens, den die Corona-Pandemie nicht betrifft. Auch die Mitarbeiter der Meinerzhagener Baugesellschaft (MBG) müssen bei ihrer täglichen Arbeit mit dem Virus leben - und Konsequenzen ziehen.

Der Lockdown hatte gravierende Folgen. Firmenpleiten, höhere Arbeitslosigkeit, weniger Geld in den Portemonnaies der Menschen. Haben Kurzarbeit und Jobverlust auch Auswirkungen auf die MBG? Führen ausstehende Mietzahlungen zu finanziellen Problemen?

„Nein“, berichtet MBG-Geschäftsführer Oliver Drenkard. Er ist Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Wohnungswirtschaft im Märkischen Kreis Süd, dem Baugesellschaften aus Kierspe, Halver, Schalksmühle, Lüdenscheid, Plettenberg, Altena, Werdohl und Nachrodt-Wiblingwerde angehören. 

Kaum Mietausfälle

Kürzlich kamen Vertreter der Wohnungswirtschaft aus diesen Kommunen in der Meinerzhagener Villa im Park zusammen, um sich auszutauschen. Kein Wunder: Corona war dabei zentrales Thema. Oliver Drenkard zieht nach der Zusammenkunft ein einigermaßen erstaunliches Fazit: „Wir waren gleichzeitig froh und überrascht. Die Ausfälle bei uns in Meinerzhagen sind wirklich kaum der Rede wert und die Zahlungsmoral der Mieter ist sehr gut. Für uns alle lässt sich sagen, dass die Mieter die Sache sehr ernst nehmen und wirklich verantwortungsvoll mit dem Thema Corona umgehen. Es gibt keine Probleme, die wirklich ernste finanzielle Schwierigkeiten nach sich ziehen würden“, erläutert Drenkard auch für die Mitgliedskommunen der Arbeitsgemeinschaft. 

MBG bietet Mietreduzierung bei Kurzarbeit an

In Meinerzhagen speziell bietet die MBG ein Modell an, das klammen Mietern helfen soll. Drenkard veranschaulicht an einem Beispiel: „Wenn ein Mieter durch Kurzarbeit einen 20-prozentigen Einkommensverlust hinnehmen muss, reduzieren wir die Miete um 20 Prozent. Ein Teil des entsprechenden Betrages erstatten wir mit Einkaufgutscheinen für den Meinerzhagener Einzelhandel. So unterstützen wir gleichzeitig den heimischen Handel.“ 

Insgesamt hat die heimische Baugesellschaft bis jetzt laut Drenkard „eine mittlere fünfstellige Summe“ in diese Unterstützung gesteckt. Hat Corona denn negative Auswirkungen auf geplante Investitionen der MBG? Auch hier kann Drenkard Entwarnung geben: „Alles, was wir angestoßen haben, wird durchgeführt.“ Das betreffe beispielsweise auch den Bau des großen Fröbel-Karrees und weitere Sanierungen im Bestand. 

Sanierung wird verschoben

„Einen Plan haben wir aber geändert, auch auf Wunsch der Mieter. Eigentlich wollten wir in diesem Jahr vier Häuser am Siepener Weg sanieren. Das war auch bereits mit den Mietern besprochen. Nun ist aber allgemeiner Wunsch, die Maßnahmen auf das nächste Jahr zu verschieben“, erläutert Oliver Drenkard. 

Der Grund ist einleuchtend: Im Rahmen der Bauarbeiten hätten viele Handwerker ein- und ausgehen und in bewohnten Zimmern arbeiten müssen. Um diese Begegnungen zu vermeiden und das Infektionsrisiko auszuschließen, wird jetzt erst 2021 saniert. „Es handelt sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme im Hinblick auf die Gesundheit. Die Verlegung ins nächste Jahr hat nichts mit finanziellen Problemen der MBG zu tun“, betont der Chef der Meinerzhagener Baugesellschaft. 

Dem Infektionsschutz dient bei der MBG übrigens auch ein eigenes Hygienekonzept, das den Bedürfnissen der MBG-Mitarbeiter und -Mieter angepasst wurde. Das war für Oliver Drenkard ein wichtiger „Baustein“: „Denn wir kommen oft in Kontakt mit anderen Menschen, vor allem im Kundenverkehr – sei es bei Wohnungsbesichtigungen, Wohnungsabnahmen oder anderen Terminen“, sagt er.

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