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Asylbewerber: Meinerzhagen liegt über der Quote

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Von: Simone Benninghaus

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Die Zahl der Geflüchteten war Thema im Ausschuss.
Die Zahl der Geflüchteten war Thema im Ausschuss. © Louisa Gouliamaki

Derzeit sei es ruhig, gab Uwe Busch vom Fachdienst Soziales Entwarnung und auch Fachdienstleiterin Sabrina Müller konnte den Anwesenden im Sozialausschuss mitteilen, dass durch die wochenlange angespannte Flüchtlingssituation nach Ausbruch des Krieges gegen die Ukraine aufgrund der Kostenübernahme aus Bundes- und Landesmitteln zumindest in diesem Jahr kein finanzielles Minus entstanden sei. Zeitweise hatte Meinerzhagen bei der Aufnahme von Flüchtlingen auf Platz zwei im NRW-Ranking gelegen. Noch liege man mit 110 Prozent aber noch immer etwas über der Aufnahmequote.

Meinerzhagen – Im Ausschuss erhielten die Mitglieder einen Überblick über die aktuellen Zahlen. Demnach werden derzeit – ohne die ukrainischen Kriegsflüchtlinge – 108 Flüchtlinge betreut. 82 von ihnen sind leistungsberechtigt. 47 Personen befinden sich in einem laufenden Asylverfahren, eine in einem Asylfolgeverfahren, 60 Flüchtlinge werden geduldet, das heißt, sie sind ausreisepflichtig, es liegen jedoch rechtliche oder tatsächliche Hindernisse für eine Abschiebung vor.

Flüchtlinge aus 21 Ländern

Die betreuten Flüchtlinge stammen aus 21 verschiedenen Ländern, die größten Gruppen stammen aus Afghanistan (24 Personen), dem Irak (17 Personen) und dem Libanon (neun Personen).

Die Unterbringung

14 Flüchtlinge sind im ehemaligen Skikeim an der Butmicke untergebracht. Sieben Asylbewerber – zwei Familien und zwei alleinstehende Frauen – leben im Asylbewerberheim an der Schlenker Straße. Vom Fachdienst Soziales wurden für die Unterbringung darüber hinaus 32 Wohnungen, meist von der Meinrzhagener Baugesellschaft (MBG), angemietet. Zudem würden die ehemaligen Hausmeisterwohnungen der Musikschule und der Ebbeschule genutzt. 37 Personen wohnen, zum Teil zusammen mit anerkannten Flüchtlingen, in 21 privaten Wohnungen oder Wohnungen der MBG, jeweils mit eigenen Mietverträgen.

Wegen der allgemein steigenden Zahl der neu eintreffenden Flüchtlinge sei davon auszugehen, dass es mittelfristig wieder vermehrt Neuzuweisungen geben wird, dies gelte allerdings zunächst nicht, solange Meinerzhagen aufgrund der hohen Zahl von Flüchtlingen aus der Ukraine ihre Aufnahmequote übererfüllt hat.

353 Menschen aus der Ukraine

Derzeit halten sich 353 Menschen aus der Ukraine in Meinerzhagen auf. 98 Ukraineflüchtlinge haben die Stadt wieder verlassen, viele seien in andere Länder oder Städte weiter gewandert oder wieder in die Ukraine zurück gekehrt. 131 ukrainische Flüchtlinge wohnen in städtischen Unterkünften, alle anderen haben privates Unterkommen gefunden.

Zum Beispiel über Verwandte oder Hilfsgruppen, die sie teilweise an der Grenze abholen, kommen weiterhin ukrainische Flüchtlinge nach Meinerzhagen. Einerseits, macht die Verwaltung in ihrer Vorlage deutlich, sei das private Engagement für die Unterbringung zu loben, andererseits könne so keine gleichmäßige Verteilung der Flüchtlinge auf alle Gemeinden sichergestellt werden. „Eine durch das Land geregelte Aufnahme der Ukrainer sei nicht ersichtlich – zumal aktuell 307 von 396 Gemeinden in NRW ihre Flüchtlingsaufnahmequote noch nicht einmal zu einhundert Prozent erfüllen“, heißt es darin weiter.

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