Weniger grippale Infekte

Corona hat auch etwas Positives

Dr. Holger Reimann trägt Maske auch in der Praxis. Von deren Wirkung ist er überzeugt und er könnte sich vorstellen, den Schutz auch nach Corona beizubehalten.
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Dr. Holger Reimann trägt Maske auch in der Praxis. Von deren Wirkung ist er überzeugt und er könnte sich vorstellen, den Schutz auch nach Corona beizubehalten.

Es ist nass und für die Jahreszeit viel zu kalt. Das Schmuddelwetter im Wonnemonat Mai würde in normalen Jahren die Ausbreitung von Infektionskrankheiten begünstigen. Grippe und grippale Infekte hätten wohl Hochkonjunktur.

Meinerzhagen – Tatsächlich treten Schnupfen, Halsschmerzen und ähnliche Symptome in diesen Wochen deutlich seltener auf als sonst. Der Grund: Corona.

Weniger Patienten mit Infektionen

Um das Virus, das Covid-19 verursacht, wenigsten einigermaßen im Zaum zu halten, wurden Hygienemaßnahmen eingeführt. Abstand halten, Desinfektion der Hände, medizinische Masken überall dort, wo Menschen sich in größerer Zahl begegnen. „Ganz klar. Das alles hat dazu geführt, dass auch in meiner Praxis die Zahl der Patienten mit Infektionen allgemein stark abgenommen hat“, berichtet der Meinerzhagener Allgemeinmediziner Dr. Holger Reimann und fügt hinzu: „Geschätzt habe ich rund ein Drittel bis halb so viele Patienten, die deswegen zu mir kommen.“ Reimann glaubt, dass gerade die Masken einen positiven Effekt haben. „Die Asiaten können das schon lange. Das macht auch absolut Sinn. Ich würde sogar empfehlen, darüber nachzudenken, die Masken auch dann zumindest in größeren Menschenansammlungen zu tragen, wenn Corona nicht mehr das große Thema ist“, sagt der heimische Arzt.

Er hat allerdings noch einen möglichen Grund dafür ausgemacht, dass weniger Patienten mit Infektionen zu ihm kommen als vor Corona: „Es könnte zum Teil auch daran liegen, dass Menschen die Praxis aus Angst vor Ansteckung mit Covid-19 nicht aufsuchen.“

Erkältungs-Medikamente kaum gefragt

Markus Blumenthal von der Ihne-Apotheke in Valbert bestätigt, was Dr. Reimann festgestellt hat: „Wir merken ganz deutlich, dass viel weniger Medikamente beispielsweise gegen Erkältungen nachgefragt werden.“ Bei ihm hat das sogar zu spürbaren Umsatzeinbußen geführt. Der Apotheker hat durch das Ausbleiben der sonst üblichen Infektionswellen sogar einige „Ladenhüter“ im Sortiment, bei denen das Verfallsdatum näher rückt. Blumenthal: „Diese Medikamente gegen grippale Infekte werden dann gegen neue ausgetauscht, das geschieht auf Kulanz der Lieferanten.“

In Jahren vor Corona hatte Markus Blumenthal manchmal mit einem gegenteiligen Trend zu leben: „Ich kann mich erinnern, dass es bei Mitteln gegen Erkältungskrankheiten einst sogar Lieferengpässe gegeben hat.“

Masken gehen auch in der Ihne-Apotheke hingegen gut. Und Markus Blumenthal könnte sich sogar vorstellen, dass der Mund-/Nasenschutz, an den sich inzwischen die meisten Menschen gewöhnt haben, auch nach Corona weiter getragen wird: „Das würde Sinn machen, weil die Masken auch vor anderen Krankheiten schützen.“

Wenn demnächst wieder eine Grippewelle rollt, denkt der Apotheker aus dem Ebbedorf sogar daran, die Acrylglasscheibe an der Theke, den „Spuckschutz“, beizubehalten. „Masken und Scheiben machen Sinn, sie haben einen Effekt“, ist der Valberter sicher.

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