Arca Trio versetzt Gäste in die Zeit des Barocks

Flötistin Anna Klie, Petra Wallach am Cembalo und Byol Kang mit der Violine bilden das „Arca Trio“. Vor allem die Soli der Ausnahmekünstler sorgten bei den Besuchern für Begeisterung.

VALBERT ▪ Die großen Meister der Barockzeit gaben sich am Sonntag in Haus Nordhelle ein musikalisches Stelldichein. Möglich machte das der Besuch drei exzellenter Musikerinnen, die zur „Bundesauswahl der Konzerte junger Künstler“ im Deutschen Musikrat gehören und als „Arca Trio“ auftreten.

Mit den ersten Klängen, die den Raum erfüllten, fühlte sich der Besucher hunderte Jahre zurückversetzt. Insbesondere der Klang des Cembalos ließ Bilder von Männern mit gepuderter Perücke und Frauen in üppiger Kleiderpracht vor dem inneren Auge entstehen. Beinahe glaubte man, inmitten eines der rauschenden Feste der Barockzeit zu sitzen und den Paaren beim Tanz zuzusehen.

Ausgehend vom Großmeister barocker Musik, Johann Sebastian Bach, brachte das Arca Trio auch Kompositionen seiner Zeitgenossen Johann Adolph Hasse, Giuseppe Domenico Scarletti, Christoph Willibald Gluck und seines Sohnes Carl Philipp Emanuel Bach zu Gehör. Mit großer Leichtigkeit verwoben sich die Melodieläufe von Cembalo, Flöte und Violine zu einem verzaubernden Klangteppich. Manch einer schloss beim Zuhören die Augen, um sich ganz auf die Musik einlassen zu können.

Wie Cembalo-Spielerin Petra Wallach erklärte, war es zur Zeit des Barock verbreitet, beim Komponieren nur die obere Diskant- und die untere Bassstimme zu notieren, so dass der Musiker freie Hand hatte, die Mittelstimmen durch Improvisationen hinzuzufügen, die die Melodie umspielten. Diese Art des Musizierens werde als Generalbassspiel bezeichnet.

Krönender Abschluss und Hauptwerk des Abends in einem war das „Musikalische Opfer Nr. 8 Trio BWV 1079“, das Bach drei Jahre vor seinem Tod schrieb. Wie Petra Wallach berichtete, entstand das Werk nach einer Begegnung des Komponisten mit dem preußischen König im Jahr 1747. Friedrich wollte den Musiker testen, spielte ihm ein Thema vor und forderte ihn auf, dazu eine Fuge zu improvisieren. Das „königliche Thema“ war äußerst schwer zu variieren, doch Bach meisterte die Schwierigkeit mit Bravour – zuerst dreistimmig und später sogar sechsstimmig.

Ausdrucksstark und virtuos zogen die drei Musikerinnen die rund 60 Besucher in ihren Bann. Flötistin Anna Klie, Petra Wallach am Cembalo und Byol Kang an der Violine wurden vor allem für ihre Soli mit begeistertem Applaus bedacht und dankten ihrer Zuhörerschaft mit einer Zugabe.

Das Arca Trio gastierte auf Einladung von Haus Nordhelle, KuK und der Kulturgemeinde in Meinerzhagen. Der nächste Musikgenuss aus der Reihe „Das besondere Konzert“ steht am 20. März auf dem Programm. Dann spielt das Trio „out of frame“ ab 17 Uhr im Haus Nordhelle. Dass Konzert ist mit „Happy Birthday Mr. Beethoven – Let’s dance a Waltz for your“ überschrieben. ▪ ps

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