Agentur und Jobcenter auf Flüchtlinge vorbereitet

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Volker Riecke und Karin Käppel zogen gestern in Iserlohn eine positive Bilanz des Arbeitsmarkts 2015.

Märkischer Kreis - Die Stellenmeldungen liegen im Vergleich zu den Vorjahren auf Rekordniveau, die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten ist um 1020 gestiegen, die der Arbeitslosen um rund 500 gesunken – „In einem Wort: Wir haben in 2015 eine positive und dynamische Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt“, zog Karin Käppel, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Iserlohn, am Donnerstag eine erste Bilanz des laufenden Jahres. Und auch Volker Riecke, Geschäftsführer des Jobcenters Märkischer Kreis, ist zufrieden: „Aus unserer Sicht war es ein super Jahr.“

Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften sei entgegen dem landesweiten Trend im Vergleich zum Vorjahr um 0,3 Prozent auf 16 398 zurückgegangen. Das sind 270 weniger als vor einem Jahr – und das obwohl die Flüchtlingsproblematik längst in Arbeitsagentur und Jobcenter angekommen ist.

Rund 700 Flüchtlinge wurden bis jetzt im Bereich der Iserlohner Agentur und des Jobcenters registriert, 450 davon im Jobcenter. Die zukünftige Entwicklung ist kaum abzuschätzen. „Wir rechnen mit bis zu 2000 im kommenden Jahr“, so Riecke. Große Angst macht das zurzeit weder ihm noch Karin Käppel: „Wir brauchen nur etwas Geduld. Die Flüchtlinge können nicht eins zu eins in den Arbeitsmarkt integriert werden“ Vorrangig sei die Vermittlung der Sprache und die Qualifizierung. Zusätzliche Gelder sind dafür bereits bewilligt worden. Außerdem sollen im Laufe des Jahres bei der Agentur drei Arbeitsvermittler und ein Berufsberater, im Jobcenter insgesamt 15 neue Mitarbeiter eingestellt werden. Die Zusammenarbeit mit den Kommunen laufe sehr gut, meinten Käppel und Riecke, die ausdrücklich auch die Begleitung der Flüchtlinge durch die Ehrenamtlichen lobten.

Über die Flüchtlinge würden die anderen Kunden von Arbeitsagentur und Jobcenter jedoch nicht vergessen, hob Käppel hervor: „Wir haben für alle Gruppen Geld.“ Die Integration der Menschen mit Behinderung stehe ebenso auf der Liste wie die Unterstützung der Berufsrückkehrerinnen. Für alle gelte: Qualifizierung sei das A und O. Die Arbeitgeber seien zunehmend bereit, Menschen mit geringeren Vorkenntnissen oder Langzeitarbeitslose einzustellen. Ein neues Maßnahmenprogramm ist da gerade mit Erfolg angelaufen.

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