Beistand für die Flüchtlinge im Volmetal

Hermann-Josef Lobner beim „Runden Tisch“, der sich mit der Hilfe für heimische Flüchtlinge befasste. - Archivfoto: Müller

Meinerzhagen -   Jeder Mensch hat Bedürfnisse – dazu gehören Essen, Kleidung, ein Dach über dem Kopf. Das trifft auch auf jene Meinerzhagener zu, die sich die Volmestadt als Wohnort nicht selbst ausgesucht haben: Die zurzeit etwa 140 Flüchtlinge, die ihre Heimat verlassen mussten und nun auf Anerkennung als Asylanten warten, oder die hier als bereits abgelehnte Antragsteller lediglich geduldet werden.

Von Jürgen Beil

In Meinerzhagen muss niemand frieren, keiner braucht zu hungern. Das zur Versorgung der Flüchtlinge Nötigste stellt die Stadt. Darüber hinaus zu helfen, den betroffenen Menschen das Gefühl zu geben, willkommen zu sein – das hat sich in der Volmestadt nun eine Gruppe auf die Fahnen geschrieben, die sich in einem Arbeitskreis (AK) zusammengefunden hat. Ihr Sprecher ist Hermann-Josef Lobner.

Der „AK Flüchtlinge“ ist kein eingetragener Verein. Einen Vorstand gibt es nicht. „Wir möchten unter dem Dach des Sozialen Bürgerzentrums ,Mittendrin’ arbeiten. Unser Angebot soll dort angesiedelt sein“, erläutert Lobner. Er möchte jetzt – zusammen mit Gleichgesinnten aus dem AK – unbedingt Kontakt zu den Flüchtlingen vor Ort aufnehmen. Und einige Berührungspunkte hat es schon gegeben. Lobner weiß zum Beispiel aus Gesprächen, dass viele Flüchtlinge gar nichts geschenkt haben wollen: „Sie haben ihren Stolz, möchten lieber etwas verdienen, als es umsonst zu bekommen. Es ist immer schwer, ihnen dann zu sagen, dass sie gar nicht arbeiten dürfen, bis sie ihre dauerhafte Anerkennung haben.“

Wichtiger als materielle Dinge sind für Hermann-Josef Lobner und seine Mitstreiter momentan aber auch andere Aspekte: „Neu ankommende Flüchtlinge sollen in Zukunft von einem Arbeitskreis-Mitglied begrüßt und in den folgenden Tagen auch begleitet werden. ,Was ist wo?’ ,Was erledige ich im Rathaus?’ – wir wollen den Fremden in unserer Stadt erste Orientierungshilfen und Antworten auf die drängendsten Fragen geben. Sie sollen nicht das Gefühl haben, in der Not allein dazustehen“, erklärt Lobner.

Flyer in verschiedenen Sprachen

Später möchte man Flyer herstellen, die den Neubürgern wertvolle Tipps geben sollen. „Geplant sind diese Handzettel in englischer, französischer und arabischer Sprache“, formuliert Lobner die dringlichsten Anliegen des Arbeitskreises, zu denen auch Deutschunterricht für die Asylbewerber gehört. „Dafür haben sich bereits fünf Frauen aus dem Arbeitskreis zusammengefunden“, ist er froh.

Dauerhafte Paten für die Flüchtlinge – auch das ist ein Ziel von Lobner und der ganzen Gruppe. „Dafür braucht man viel Fingerspitzengefühl. Deshalb möchten wir den potenziell Interessierten an solch einer ehrenamtlichen Tätigkeit auch Fachliteratur, etwa von Amnesty International, an die Hand geben“, plant Lobner

Ganz ohne materielle Güter geht es allerdings auch nicht. „Ein Mann aus Eritrea, der in seiner Heimat Klavier gespielt hat, möchte das auch hier tun und deshalb suchen wir einen Spender für ein Keyboard. Kochtöpfe – vor allen Dingen große Exemplare –, Geschirr und andere Küchenutensilien werden ebenfalls benötigt“, bittet Hermann-Josef Lobner all jene Meinerzhagener, die spenden möchten, sich mit ihm unter Tel. 0 23 54 / 31 41 in Verbindung zu setzen. Jörg Hornung, ebenfalls Mitglied des Arbeitskreises, hat ein anderes Anliegen: Er sucht Fahrräder für die Flüchtlinge. Wer eines spenden möchte, kann sich unter Tel. 0 23 54 / 1 28 31 bei ihm melden.

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