Richtfunkspiegel: Demontage in luftiger Höhe

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Am Ende waren sie nur noch Schrott und nicht mehr funktionsbereit. Bis sie aus gut 50 Metern Höhe auf der Erde sicher landeten, bedurfte es allerdings viel Fingerspitzengefühl des Kranführers, der dem Sendeturm auf der Nordhelle die Richtfunkspiegel entnahm.

Nordhelle – Insgesamt drei Richtfunkspiegel wurden am Mast an der WDR-Sendeanlage Nordhelle abgebaut. Der Betreiber der für den Handybetrieb notwendigen Empfangsantennen ist die Firma Vodafon.

Für deren Kunden hat diese technische Aktivität allerdings keine Auswirkungen. Sie waren schon seit einigen Jahren – und das bei Wind und Wetter – am Sendemast auf der Nordhelle im Einsatz. Neben zahlreichen weiteren Antennen der unterschiedlichsten Betreiber übermittelten sie die Funksignale für den Handybetrieb der Vodafon-Kunden. 

Am Mittwoch hatten sie nun zum Teil ausgedient und drei von ihnen wurden dementsprechend abgebaut. Für den technischen Teil der Demontage waren die aus dem Emsland angereisten Mitarbeiter der Firma EKS zuständig. Sie schraubten in luftiger Höhe die rund 500 Kilo schweren Parabolantennen, sogenannte Richtfunkspiegel, ab. Damit diese sicher und ohne Schäden am Gelände und Gebäude anzurichten auf dem Erdboden landeten, war ein echtes Monstrum im Einsatz: Gut 100 Tonnen schwer, fünfachsig ausgestattet und etwa 1 Million Euro teuer, war es der mit einer Traglast von 180 Tonnen ausgestattete Mobilkran der Herscheider Firma Dunkel Autokran, der auf der Nordhelle in Stellung gebracht worden war.

„Wir haben den Kran mit den notwendigen Gewichten und dem zusätzlichen Ausleger schon am Vortag hergerichtet“, erläutert Firmenchef Sebastian Dunkel vor Ort im Gespräch. Unterbrochen wurde dieses von einem Funkspruch aus der Höhe: Die letzten Schrauben der dritten Antenne waren gelöst, es konnte mit ihr abwärts gehen. Zentimeterarbeit und ein langsames Schwenken und Anziehen der Last waren nun angesagt. Erst als der Abstand zum Sendemast größer wurde, ging es mit mehr Schwung mit der Fracht nach unten. Zielstrebig und an den Ort, wo sie landen sollte: nämlich im Schrottcontainer des Entsorgungsunternehmens. 

Sorgen um die weitere Handyerreichbarkeit brauchen sich die Vodafon-Kunden übrigens nicht zu machen. Die Versorgung ist durch die Umstellung anderer Richtfunkanlagen in gewohnter Qualität gewährleistet.

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