Anruf-Linien-Fahrten gibt es seit August 2010

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Sonja Laskowski ist die Fahrerin des ALF-Busses. Sie kommt nach Anruf auch in die entlegeneren Orte. ▪

VALBERT ▪ Bei Anruf kommt der Bus. Mit dieser kurzen Erklärung kann das seit Ende August 2010 auch für Valbert und die umliegenden Ortschaften eingeführte Anruf-Linien-Fahrten-Angebot (ALF) beschrieben werden.

Zwei wesentliche Gründe haben die Märkische Verkehrsgesellschaft zur Einführung des Angebotes bewegt, dass vom Verkehrsplaner der MVG Marcus Schaefer und seinen Kollegen ausgearbeitet wurde.

Zum einen sollten die regelmäßigen und unwirtschaftlichen Fahrten mit den großen Linienbussen in die entlegenen Orte, aus denen dann manchmal nur ein Fahrgast die Mitfahrgelegenheit nutzte, abgeschafft werden. Zum anderen ging es um die Erschließung des ländlichen Raumes durch den öffentlichen Personennahverkehr mit einem bedarfsgerechten Angebot.

Letztendlich Fakten, die leicht nachvollziehbar sind. Denn es dürfte kaum jemanden geben, der nicht schon einmal – vorzugsweise zur späten Abendstunde – einen Linienbus ohne Fahrgäste entdeckt hat. Ebenso ist es gerade in unserer Region nicht schwierig, abgelegene Dörfer ohne eine Anbindung an den Linienbusverkehr zu finden.

„Wir haben auf unser ALF-Angebot in der Nordhälfte des Märkischen Kreises seit 2006 eine positive Resonanz und guten Annahme gehabt“, so Verkehrsplaner Markus Schaefer.

Grund genug, dieses Angebot auch auf den Südkreis zu übertragen. Seit Ende August ist die ALF-Linie 96 nunmehr neben weiteren Linien im Fahrplan der MVG zu finden. Sie ist damit eine von insgesamt elf Linien dieser Art im Märkischen Kreis.

Ein Anruf in der ALF-Leitzentrale bis spätestens 60 Minuten vor Fahrtbeginn genügt und der auffällig lackierte Kleinbus mit acht Sitzplätzen setzt sich in Bewegung. „Natürlich können auch mehrere Stunden oder Tage vorher die Fahrtwünsche bekannt gegeben werden“, so Marcus Schaefer. In dem Zusammenhang erwähnt er ebenso, dass auch Daueraufträge für wiederkehrende Fahrten möglich sind.

„Wir haben schon einige Stammgäste, die regelmäßig mit uns unterwegs sind“, weiß Sonja Laskowski zu berichten. Die 37-Jährige fährt mit anderen Kollegen im Wechsel den ALF-Bus der Linie 96.

Dabei führt sie die planmäßige Fahrtroute von Valbert aus nach Vorderhagen, Mittelhagen genauso wie nach Hunswinkel oder Listerscheid und in die anderen, im Fahrplan festgelegten rund dreißig Ortschaften.

Die auf diesen Fahrten aufgenommenen Fahrgäste werden dann ins Ebbedorf gebracht, von wo aus sie mit dem „normalen Linienverkehr“ der MVG und der VWS ihre Fahrten Richtung Attendorn oder Meinerzhagen fortsetzen können.

„Mit der ersten Auswertung der Annahme unseres Angebotes der ALF-Linie 96 sind wir sehr zufrieden“, kommentiert Marcus Schaefer die Statistik für die letzten fünf Monate.

Von den nach Fahrplan möglichen rund 1400 Fahrten wurden 350 tatsächlich abgerufen, was einem „Abrufungsgrad“ (Fachbegriff der Verkehrsplaner) von 25 Prozent entspricht. Insgesamt waren 450 Fahrgäste mit dem ALF-Bus seit Ende August auf der Linie 96 unterwegs.

Für den Monat Januar 2011 zeichnet sich, laut Marcus Schaefer, schon eine leichte Steigerung der Abrufe an.

Trotz des „individuell“ gestaltbaren Fahrplanes ergibt sich für die Nutzer kein Unterschied beim Fahrkartenkauf. Sie zahlen lediglich den normalen, entfernungsabhängigen Fahrpreis, den sie auch sonst bei einer Fahrt mit einem Linienbus im Märkischen Kreis bezahlen; auch die Zeittickets haben ihre Gültigkeit. Unter dem Namen Anruf-Linien-Taxi (ALT) betreiben die VWS für den Raum Attendorn Drolshagen ein identisches Angebot. Detaillierte Informationen über die Anruflinienfahrten sind auf der Homepage der MVG (http://www.mvg-online.de) abrufbar. ▪ jjh

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