Annemarie Voigt stellt im Haus Nordhelle aus

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Die Ausstellung „Ruhr-Spiegelungen“ ist jetzt in der evangelischen Bildungsstätte Haus Nordhelle zu sehen. Vorgestellt wurde sie von der Künstlerin Annemarie Voigt und dem Kulturbeauftragten der evangelischen Kirche von Westfalen, Dr. Rüdiger Sareika, Joachim Stöver, pädagogischer Leiter von Haus Nordhelle und Ehemann Hauke Voigt. ▪

VALBERT ▪ „Die Kunst im Ruhrgebiet ist ausgesprochen anspruchsvoll und voller Bedeutung und die Kulturlandschaft kann sich wirklich sehen lassen. Das zu zeigen war mein Anliegen“, sagte Annemarie Voigt bei der Vorstellung der Bilder ihrer Ausstellung „Ruhr-Spiegelungen“.

Annemarie Voigt fotografiert seit 1955 und hat in den 90er Jahren die Fotocollage als ihre ganz eigene Kunstform entdeckt. Diese Technik erlaubt es ihr, der fotografierten Realität durch Verfremdungseffekte und -elemente ein anderes Gesicht zu geben. Durch Doppelbelichtungen und die Kombination gegensätzlichen Bildmaterials, die Behandlung der Filmschicht mit Säure und Lacken, die Einfügung von Texten und Wortfetzen in die Bildstruktur, gelingt es Annemarie Voigt, den Strukturwandel des Ruhrgebiets auf eine ganz eigene, magische Weise sichtbar werden zu lassen.

41 Exponate der Künstlerin sind jetzt in der evangelischen Tagungsstätte Haus Nordhelle zu sehen. Zu einem Pressegespräch kamen Marianne Voigt gemeinsam mit ihrem Ehemann und Dr. Rüdiger Sareika, Studienleiter der evangelischen Akademie Villigst, Kulturbeauftragter der Evangelischen Kirche von Westfalen nach Valbert. Im Rahmen der Weiterbildung im Bereich der Fotoausstellung ist dies bereits die zweite Zusammenarbeit mit der Akademie Villigst, freute sich Joachim Stöver, pädagogischer Leiter der Tagungsstätte.

Der in Duisburg geborenen Fotokünstlerin liegt das Ruhrgebiet sehr am Herzen. Über viele Jahre hat sie diese Region bereist und dabei Industriebrachen fotografiert und was daraus geworden ist. In ihren Arbeiten zeigt Annemarie Voigt die Kontraste auf und macht sichtbar, dass aus einer Arbeitswelt eine Eventwelt geworden ist. Aus allen Bildern spricht aber auch eine tiefe Zuneigung zu den Menschen in der Region an der Ruhr, die geprägt ist von der Liebe zu den verschiedenen Arbeitswelten, zu den historischen Bauten und zu den vielen Kunstwerken im öffentlichen Raum und in den Museen des Reviers. Das Ruhrgebiet hat eine Fülle von außergewöhnlichen Skulpturen im Stadtbild der Revierstädte und in den Museen aufzuweisen. Sie spiegeln vielleicht mehr als andere Kunstformen das Monumentale der Industrieregion wider, sind für sie doch die Fördertürme und Hochöfen Skulpturen der Industriekultur.

In ihren Fotocollagen macht Annemarie Voigt die Vergänglichkeit der Industrie deutlich. „Eine Region ohne Menschen zu zeigen, wäre sündhaft, denn gerade der Ruhrgebietsmensch mit seiner offenen und direkten Art ist freundlich und liebenswert“, sagte Annemarie Voigt. So wurden auch die für das Revier typischen Freizeitbeschäftigungen von ihr in den letzten Jahrzehnten bei ihren vielen Fototouren durch das Ruhrgebiet festgehalten und so waren für ihre Ausstellung auch Bilder von Schalke und Borussia, die großen Rivalen im Fußball, ein Muss. Sehr romantisch dagegen die Collagen, die die Landschaft der Region, besonders die weithin in Deutschland unbekannt Schönheit des Flusstals der Ruhr, zeigen. Annemarie Voigt wurde in Duisburg geboren und lebt seit 1966 in Iserlohn. Sie studierte an den Universitäten Dortmund und Bochum Anglistik, Germanistik und Kunst. Als Fotografin aus Leidenschaft entwickelte Annemarie Voigt Anfang der 90er Jahre ihre Collagentechnik, die es ihr erlaubt, der fotografierten Realität durch Verfremdungseffekte und -elemente ein anderes Gesicht zu geben.

Am 13. März, anlässlich des Festes zum Frauentag in Haus Nordhelle, wird die Künstlerin zu Gast sein und über die Ausstellung und ihre Arbeit sprechen. Die Ausstellung ist noch bis zum 14. März geöffnet und montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr, samstags und sonntags von 11 bis 15 Uhr zu sehen. ▪ bel

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