Anleger bleiben gelassen

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Dominik Rode und Ingo Gummersbach haben das Börsengeschehen im Blick. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Die Finanzen vieler Länder sind in der Krise. Nachdem nun auch die USA von den Ratingagenturen in ihrer Kreditwürdigkeit zurück gestuft wurden, macht sich an den Börsen Unsicherheit breit. Die Folge: Die Kurse fallen. In Meinerzhagen ist von Unsicherheit seitens der Anleger allerdings noch nichts zu spüren.

„Von einer Panik, wie beispielsweise 2008, ist derzeit wirklich nichts zu merken“, erklärt Ingo Gummersbach, Vorstandsmitglied der Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen. Die Ausgangssituation sei zudem eine andere. Die Auftragslagen der Firmen seien stabil. Daher würden erfahrene Anleger gerade in dieser Zeit investieren und sogar Aktien kaufen. „Auch einige Neueinsteiger nutzen die niedrigen Preise und kaufen jetzt“, erklärt Dominik Rode, Anlageberater der Sparkasse.

„Ich denke, dass die Angst bei den Anlegern nicht so groß ist, liegt vor allem daran, dass die Probleme alle bekannt waren“, so Gummersbach. Die Schuld sei auch nicht bei den Ratingagenturen zu suchen, deren Handeln sei nur konsequent, schließlich hatten sie oft genug mit einer Abstufung gedroht, sofern keine Lösungsvorschläge in Angriff genommen würden. „Deutschland ist gut aufgestellt und hat seine Hausaufgaben gemacht, das wissen auch die Anleger. Ob wir allerdings weiter so eine hohe Wachstumsrate haben ist ungewiss.“ Der Experte geht davon aus, dass die Kurse stärkeren Schwankungen unterliegen werden, der Markt aber stabil bleibe. „Die Aktionäre sehen es gelassen, sie sind alle gut informiert und wollen spekulieren. Den kleinen Mann, der einfach nur eine Aktie will, gibt es kaum noch“, so Gummersbach.

Auch das Vertrauen in die Banken sei nach wie vor groß. Die Kunden seien besonnen. „Für einen Aktienanleger sind 25 Prozent Einbußen nichts besonderes“, so Rode. Man dürfe nicht vergessen, dass alle Sachwerte Schwankungen unterliegen. So sei das aktuell auch mit dem Gold. Das hatte zuletzt vor 30 Jahren solch einen Wert wie jetzt.

Rode: „Der Gold-Boom ist hier bisher noch nicht angekommen.“ Einige Kunden würden aufgrund des guten Kurses sogar verkaufen. „Wir raten ganz klar vom Goldkauf ab. Die Preise sind viel zu hoch“, mahnt Rode. Der Reiz, jetzt Gold zu kaufen, sei rein psychologisch zu erklären. Gold habe aus der Historie heraus einen guten Ruf und es sei nicht unendlich zu vermehren. „Genauso gut könnten die Anleger in andere seltene Rohstoffe investieren. Dennoch wollen sie Gold, das ist derzeit nicht besonders klug“, so der Anlageberater weiter.

Lydia Machelett

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