Die Schinderhannes-Mühle ist Einkehrstation für Wanderer

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Anja Turk freut sich, dass die Schinderhannes Mühle Einkehrstation für Wanderer und Radfahrer geworden ist.

Ingemertermühle – Beim Betreten des Hofes empfängt den Besucher Geschnatter. „Die Rostenten sind unsere Polizei“, schmunzelt Wilfried Turk. Auf den Teichen tummeln sie sich mit Laufenten und Graugänsen. Früher drehte sich an der Ingemert das Mühlenrad. Eine Mühle gibt es schon lange nicht mehr.

Als Erinnerung ist der Ortsname geblieben. Und die urige Jausenstation „Schinderhannes-Mühle“. 

An der Decke hängen alte Lampen. Werkzeug, ein Schleifstein und eine alte Waage in der Ecke bürgen für eine Zeit, in der das Tagwerk aus schwerer und mühevoller Arbeit bestand. Tische, Stühle und Schränke sind alt, die Geschichte der Mühle, die hier einst stand, ist noch älter. Wer heute die Jausenstation von Anja und Wilfried Turk betritt, fühlt sich zurückversetzt in diese Zeit. 

Wanderer, Radfahrer und Motorradfahrer kehren in die Jausenstation im Listertal, an der Landstraße 869 zwischen den Ortschaften Scheda und Krummenerl gelegen, ein. Das Gehöft ist seit Generationen im Besitz seiner Familie und deren Vorfahren. An der Grenze zu den Nachbarkreisen Olpe und Gummersbach wohne man im „Dreiländereck“, erzählt Wilfried Turk. Und eben in einem waldreichen Gebiet mit vielen Wanderwegen. Kontakt zu Wanderern und Motorradfahrern habe man durch die Lage an der Straße schon immer gehabt, das eine oder andere Mal gab es für sie spontan auch eine Tasse Kaffee. 

Dass im Herbst 2017 aus der Bar im Erdgeschoss des Hauses an den Wochenenden tatsächlich eine Einkehrstation für Wanderer und Ausflügler werden könnte, diese Idee habe schon länger existiert. „Wir wurden von Vielen ermutigt, hier bei uns so etwas anzubieten“, berichtet Anja Turk. Und dass bei einer großen Familie mit fünf Kindern die Essensrunde am Tisch groß ist – für sie nichts Ungewöhnliches: „Ich habe schon immer viel gekocht.“

Auf der Karte der Schinderhannes-Mühle finden Ausflügler vor allem rustikale Gerichte wie Flammkuchen oder Bratkartoffeln mit Speck und Spiegelei. Suppen und Kuchen können sich die Gäste ebenfalls schmecken lassen. Auf Wunsch werden für Gruppen auch Grillbüffets angeboten, einmal im Monat wird ein Frühstücksbuffet serviert. Ein Treffpunkt ist die Schinderhannes-Mühle außerdem einen Tag vor Silvester – dann bei prasselndem Kaminfeuer und Feuerzangenbowle.

Das Grenzgebiet beschert Anja und Wilfried Turk Besucher aus allen „Himmelsrichtungen“: von Meinerzhagen und Kierspe über Drolshagen, Olpe und Lieberhausen bis Bergneustadt. 45 Gäste können in der Jause einkehren, an den gemütlichen Holztischen draußen gibt es zwischen 40 und 50 Sitzgelegenheiten. Das Mobiliar draußen hat Wilfried Turk selbst gebaut, Tische und Stühle in der Jause stammen aus einer alten Kneipe in Lieberhausen, die alten Schränke, Bilder, Spiegel und die dunkle Holzsitzgarnitur hat Anja Turk von ihren Eltern bekommen. 

Dass er altes Werkzeug und alte Küchengeräte gesammelt habe, das der Schinderhannes-Mühle nun ihren Charakter verleiht, habe einen Grund, sagt Wilfried Turk: „Ich wollte unseren Kindern einfach zeigen, wie es früher war.“ In die vergangene Zeit eintauchen, das können heute auch Wanderer oder Radfahrer bei einer Rast in der Jausenstation. Mit etwas Fantasie wird im Gasthaus auch schnell die Zeit lebendig, als der Schinderhannes in der Mühle an der Ingemert sein Unwesen trieb (siehe Info-Kasten).

Öffnungszeiten Samstags hat die Schinderhannes-Mühle ab 14 Uhr geöffnet, sonn- und feiertags ab 12 Uhr. Geöffnet wird auch nach Vereinbarung. Das gilt auch für die Wintermonate

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