Vertrauen auf Gott kann in einer Depression ein Rettungsanker sein

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Das weite Feld des Krankheitsbildes Depression behandelte (links) in ihrem Vortrag. Rechts im Bild Carmen Hähnel. 

Meinerzhagen - „Das Vertrauen auf Gott kann in einer Depression ein Rettungsanker sein, auf den man in tiefster Not immer setzen kann. Glaube kann helfen, Depressionen durchzustehen“, betonte die Neurologin und Psychiaterin Dr. Angela Hartung am Donnerstag im evangelischen Gemeindezentrum am Inselweg. Sie war der Einladung von Carmen Hähnel von den ökumenischen Frauen zu einem Vortrag zum Thema Depression gefolgt.

Im alltäglichen Sprachgebrauch werde der Begriff Depression oft für eine niedergeschlagene Stimmung gebraucht. Doch im medizinischen Sinne sei die Depression eine ernste, behandlungsbedürftige Erkrankung. Das erfuhren die zahlreichen Besucher aus Lüdenscheid. 

Wie wichtig das Thema Depression für viele Menschen ist, wurde an dem großen Interesse der Besucher deutlich, die dem Vortrag „Depression – Herausforderung für den Glauben“ folgten. So war es auch für Carmen Hähnel ein wichtiges Anliegen, mit dieser Veranstaltung dazu beizutragen, diese Krankheit öffentlich zu machen, unter der zehn Prozent aller Menschen in Deutschland leiden würden. 

Dr. Hartung hatte zum Verständnis der großen Verbreitung der Depression in der Bevölkerung auch statistische Zahlen mitgebracht: Von den zehn Prozent der Betroffenen leiden weitere zehn Prozent an einer wiederkehrenden Erkrankung. Das könne man als Volkskrankheit bezeichnen. Besonders traurig sei, dass fünf bis 15 Prozent der Erkrankten sich das Leben nehmen würden, sagte Dr. Hartung. Daher sei es wichtig, etwas mehr über Depressionen zu wissen. „Man kann sie nämlich inzwischen sehr gut behandeln“. Es gebe eine Vielzahl von Merkmalen, die auf eine Depression schließen lassen würden. 

Allerdings habe die Krankheit einen negativen Touch. Man setzte sie mit Versagen und Verzweiflung gleich. „Die Menschen sind traurig, verzweifelt und völlig hoffnungslos, alles erscheint grau und trostlos. Aber auch körperliche Symptome wie Schmerzen und auch Stoffwechselstörungen können in eine Depression führen“, hieß es. Depression sei keine Modeerkrankung, es gebe sie schon sehr lange.

Die vielfältigen Formen dieser Erkrankung und die ebenso vielfältigen Möglichkeiten der Behandlung nahmen einen breiten Raum in dem Vortrag ein. „Die Depression ist heute gut behandelbar“, so die Ärztin. Psychotherapie, Gesprächstherapie – oft in Verbindung mit medikamentöser Behandlung – könnten in der lang andauernden Krankheitszeit helfen. Denn man könne aus der Depression herauskommen, betonte Dr. Hartung. 

Tipps und Anregungen, was man als Angehöriger oder als Betroffener tun kann, waren ebenfalls Themen des Abends. So gab Dr. Hartung viele persönliche Ratschläge und beantwortete zahlreichen Fragen. Auch der individuelle Glaube, persönliche Erfahrungen mit der Religion, könnten das Erleben der Depression beeinflussen. „Glaube kann helfen, Depressionen durchzustehen und so kann seelsorgerischer Beistand die medizinische Behandlung hilfreich ergänzen.“

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