Werkzeug über den Zaun geschafft

+
Symbolfoto

Meinerzhagen - Eine Krebserkrankung, der damit verbundene längere Ausfall seiner Arbeitskraft und eine finanzielle Notlage hatten einen Mann aus Attendorn zum Straftäter werden lassen.

Um die Baustelle seines stark beschädigten Hauses abschließen zu können, hatte der 59-Jährige Werkzeug und Material aus einem Baumarkt benötigt. Geld zum Bezahlen hatte er nach eigener Angabe nicht. Also begab er sich am 5. und 6. Dezember vergangenen Jahres zum Obi-Baumarkt nach Meinerzhagen.

Dort lud er jedes Mal seinen Wagen voll. Doch anstatt zur Kasse, ging er zum Außenzaun des Marktes. Dort wartete bereits ein Kumpel auf der anderen Seite. Unter anderem Verlängerungskabel, Akkuschrauber, Knarrenkästen, Sägeblätter, Taschenlampen und ein Briefkasten im Gesamtwert von mehr als 500 Euro reichte der 59-Jährige über den Zaun.

Der Komplize nahm alles entgegen und verstaute es im Wagen des Attendorners. Die Diebstähle flogen auf und der 59-Jährige fand sich zum ersten Mal in seinem Leben auf einer Anklagebank wieder. Aufgrund des Tatortes, im Amtsgericht Meinerzhagen.

Dort gab der Angeklagte alles zu. Der Kumpel habe ihm geholfen, weil er selber etwas gebraucht habe. Der Richter glaubte dem Mann die Begründung.

Fotos in der Akte zeigen die Schäden am Haus. Das sei eine völlig außer Kontrolle geratene Baustelle, bemerkte der Vorsitzende Richter. Inzwischen sei aber alles fertig und das Haus gehöre nun seiner Schwester, erklärte der 59-Jährige.

Ihm täten vor allem zwei Mitarbeiter des Baumarktes leid, die wohl aufgrund der Vorfälle ihre Jobs verloren hätten. 2400 Euro wegen gemeinschaftlichen Diebstahls lautete am Ende das Urteil. Der Angeklagte akzeptierte dieses und ließ es sofort rechtskräftig werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare