Schwerlastverkehr: Geringer Einfluss

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Schon „normale“ Lastwagen dürfen derzeit nicht durch die Schnörrenbach fahren – laut ersten Planungen von Straßen.NRW soll über diesen Weg aber sogar eine Schwerlast-Route führen.

Meinerzhagen - Die Brücken der A45 sind marode – das ist nicht neu und dürfte zu einem „Jahrzehnt der Baustellen“ führen, wie einst der ehemalige Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) ankündigte. Dass diese Baustellen aber auch Auswirkungen auf Meinerzhagen und Kierspe haben könnte, darauf machte bereits im vergangenen Jahr die heimische Grünen-Fraktion aufmerksam.

Sie wollte per Anfrage und später in Form eines offenen Briefes an den Bürgermeister unter anderem wissen, warum die Stadt sich gegen eine Umleitungsroute entlang der Volme nicht wehrt. Antworten lieferte jetzt Fachbereichsleiter Jürgen Tischbiereck.

Landesbetrieb ist für Routen verantwortlich

Im Ausschuss für Planung, Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt betonte Tischbiereck jedoch gleich, dass die Stadt nur einen sehr geringen, wenn nicht gar keinen Einfluss auf die Routenführung habe. Denn: „Es handelt sich bei diesen Strecken durchweg um Landes- oder Bundesstraßen, für die nicht die Kommunen, sondern der Landesbetrieb Straßen.NRW zuständig ist.“ Dabei räumte der Fachbereichsleiter ein, dass die A45 für Schwertransporte mit einem Gesamtgewicht von mehr als 44 Tonnen faktisch komplett gesperrt ist – ein Problem insbesondere für viele im Siegerland ansässige Unternehmen, die Metall verarbeiten oder sich auf Maschinen- und Anlagenbau konzentriert haben. Gerade die Binnenhäfen in Gelsenkirchen und Duisburg müssen regelmäßig angefahren werden, um die Ware von dort – per Schiff und damit straßenschonender – weitertransportieren zu können.

Meinerzhagen und Kierspe kommen ins Spiel, da beide Routen (von Siegen/Hilchenbach zum einen nach Gelsenkirchen, zum anderen nach Duisburg) über die B54 bzw. sogar über die L528 führen – wenngleich letztere Strecke kaum realisierbar scheint. Denn: Nicht nur topografisch, sondern auch baulich (Viadukt an der Bahnhofstraße) ist die Route durch die Schnörrenbach für einen Schwertransport schwer befahrbar.

Bleibt also die B54 – und die sei bereits heute für Transporte mit einem Gesamtgewicht bis etwa 200 Tonnen geeignet „und damit für über 90 Prozent aller beantragten Transporte“, erklärte Jürgen Tischbiereck. Und: Bis ins Jahr 2020 sollen die Häfen sogar mit Transporten von bis zu 299 Tonnen erreichbar sein, sodass Streckenabschnitte in Meinerzhagen teilweise ertüchtigt werden sollen. „Das dürfte bei uns etwa der Volmedurchlass in Höhe der Polizeiwache sowie an der Lindenstraße sein“, erklärte Jürgen Tischbiereck. Terminiert habe Straßen.NRW aber noch keine Maßnahme.

Grünen-Sprecher befürchtet Lärm

Karl Hardenacke, Initiator der Grünen-Anfrage im vergangenen Jahr, äußerte in diesem Zusammenhang aber nochmals Bedenken hinsichtlich der Lärmbelästigung. „Schließlich verlassen jedes Jahr 1800 Schwertransporte das Siegerland“, sagte Hardenacke im Ausschuss. Dessen Vorsitzender Rolf Puschkarsky (SPD) jedoch mahnte zur Gelassenheit und wies darauf hin, dass nicht alle dieser Transporte durch Meinerzhagen führten. Und: „Auch die Meinerzhagener Unternehmen profitieren von der Route.“

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