Hösinghauser wünschen sich einen Geh- und Radweg

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Die Dorfbewohner aus Hösinghausen wünschen sich eine Geh- und Radwegverbindung nach Valbert. Stellt sich die Frage, ob der vorhandene Randstreifen für Fußgänger und Radfahrer hergerichtet werden könnte. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Anfang Mai sollen sie beginnen, die Reparaturarbeiten an der maroden Fahrbahnoberfläche der L 539, zwischen Hösinghausen und Haumcher Mühle (MZ berichtete).

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Mit dieser Maßnahme wird dann die im Jahr 2011 zwischen Breddershaus und der Ortslage Hösinghausen begonnene Sanierung der Landstraße 539 fortgesetzt beziehungsweise abgeschlossen. Ausgeführt werden die Arbeiten wiederum von der Firma G-S Straßen- und Tiefbau aus Dülmen. Für den fast fünf Kilometer langen Streckenabschnitt werden rund 2,4 Millionen vom zuständigen Landesbetrieb Straßen NRW ausgegeben. Etwa 62 000 Quadratmeter der vorhandenen Fahrbahnoberfläche werden erneuert. Dazu wird die vorhandenen Asphaltschicht mit einer Stärke von etwa 20 Zentimetern zunächst abgefräst und durch eine neue 26 Zentimeter dicke Oberfläche ersetzt.

Die Bauarbeiten sollen in einzelnen, nicht allzu langen Bauabschnitten in einer geplanten Bauzeit von etwa drei Monaten ausgeführt werden.

Angeregt durch die Berichterstattung der MZ wird nunmehr aus der Ortslage Hösinghausen der Wunsch geäußert, im Rahmen der anstehenden Arbeiten auch über die Anlegung eines Geh- und Radweges bis nach Valbert nachzudenken. Ralf Conrady, Mitorganisator der verschiedensten „Dorfaktivitäten“, hat dazu für die Befürworter des Planes einen Brief verfasst und diesen an die Stadt Meinerzhagen, den Valberter Ortsvorsteher, den Landesbetrieb Straßen NRW und das Straßenverkehrsamt des Märkischen Kreises geschickt. Darin schildert er die Situation für die Hösinghauser folgendermaßen:

„Im Gegensatz zu den anderen Streckenabschnitten auf der L 539 wird dieser Abschnitt vermehrt von Fußgängern und Radfahrern frequentiert. Die Ortschaft Hösinghausen liegt nur etwa 500 Meter von Valbert entfernt und ist dadurch fußläufig und mit dem Rad gut zu erreichen. Immer wieder sind Fußgänger und Radfahrer in diesem Bereich zu beobachten.

Auch Wandertouristen, welche ihr Fahrzeug am Wanderparkplatz in Hösinghausen geparkt haben, laufen nach einer Einkehr in Valbert diese kurze Strecke an der L 539 zurück nach Hösinghausen. Der Wanderparkplatz liegt direkt am Sauerland-Höhenflug, dem längsten Fernwanderweg im Sauerland und ist zu allen Jahreszeiten gut frequentiert. Vermehrt wurde mir als Wegescout gegenüber aber geäußert, dass die Strecke für den Rückweg an der L 539 entlang für Fußgänger und Radfahrer sehr gefährlich ist, da keine Abtrennung zur Fahrbahn besteht.

Ich möchte dazu vorschlagen, die L 539 mit einem einseitigen Geh- und Radweg auf dem Abschnitt von Hösinghausen nach Valbert auszustatten. In Höhe der Spedition Wunderer könnte ein Abzweig auf die Robchestraße angelegt und die Abtrennung so nochmals um rund 100 Meter verkürzt werden.“

Ob sich die zuständige Anordnungsbehörde, der Märkische Kreis, mit dieser Anregung anfreunden kann, ist fraglich. Bereits im vergangenen Jahr hatte der zuständige Mitarbeiter, Joachim Pieper, der MZ auf Anfrage mitgeteilt: „Wir haben vor etwa zwei Jahren, als es um die Frage der Sanierung der Fahrbahnoberfläche der L 539 ging, auch überlegt, dort einen Radfahrer-Schutzstreifen oder Radweg anzulegen. Letztendlich sind die Stadt Meinerzhagen, der Landesbetrieb Straßen NRW, der Märkische Kreis und die Polizei zu dem Entschluss gekommen, darauf zu verzichten. Zum einen, weil die dort fahrenden Radfahrer meist routiniert sind, zum anderen weil bei der Anlegung eines Radweges die Ausweichmöglichkeiten für den Schwerlast- und den landwirtschaftlichen Verkehr weggefallen wären. Das Überholen wäre dadurch schwieriger beziehungsweise gefährlicher geworden.“

Im Rahmen dieser Überlegungen hatten die Fachleute nicht nur über den klassischen Radweg, der mit einer baulichen Abtrennung angelegt wird und dessen Nutzung für Radfahrer Pflicht ist, nachgedacht. Auch Radfahrstreifen und Schutzstreifen für Radfahrer standen zur Diskussion. Letztere werden durch eine unterbrochene Linie auf der Fahrbahn eingerichtet. Auf dem Streifen, der übrigens von Autofahrern ohne Gefährdung der Radfahrer zum Ausweichen, beispielsweise bei Gegenverkehr, überfahren werden kann, haben die Radler Vorrang.

Eine „Nutzungspflicht“ besteht für die Zweiräder aber nicht. Das Überfahren der Fahrradstreifen, sie werden durch eine durchgezogene Linie auf der Fahrbahn eingerichtet, ist indes für Fahrzeuge verboten. Fraglich dürfte gleichfalls sein, ob im Falle einer „positiven Behördenentscheidung“ mit den vorhandenen Finanzmitteln eine Realisierung möglich wäre.

Derzeit existiert in Hösinghausen eine „Miniaturvariante“ eines kombinierten Geh- und Radweges. Noch zu Zeiten der ehemaligen Gaststätte „Knallhütte“, wurde diese vom Straßenverkehrsamt des Märkischen Kreises für den damaligen „Trampelpfad“ zum Buswartehäuschen angeordnet. Dadurch sollte der Fahrzeugverkehr zum Parkplatz der Gaststätte an dieser Stelle verhindert werden.

Da dieses mittlerweile „vor Ort“ durch bauliche Veränderungen unmöglich gemacht wurde, soll die Beschilderung kurzfristig entfernt werden. Aus Sicht der Hösinghauser wäre es sicherlich schön, wenn sie in unmittelbarer Nähe eine „neue Bestimmung“ bekäme. ▪ jjh

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