Probleme rund um lange Wochenenden

Der Ruhrverband schlägt Müll-Alarm

Verursacht Jahr für Jahr hohe Kosten und schädigt die Umwelt: An den Talsperren liegen gelassener Müll.
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Verursacht Jahr für Jahr hohe Kosten und schädigt die Umwelt: An den Talsperren liegen gelassener Müll.

Weder Kontaktbeschränkungen noch das schlechte Wetter haben etwas daran geändert: Rund um Lister, Bigge und die übrigen Talsperren des Ruhrverbandes bleibt regelmäßig jede Menge Müll liegen.

Meinerzhagen – Gerade um Pfingsten, den 1. Mai und Christi Himmelfahrt (Vatertag) ist das Problem mit den Abfallbergen besonders groß. Ruhrverbands-Pressesprecherin Britta Balt macht denn auch keinen Hehl aus ihrem Unmut: „Das ist ein generelles Phänomen rund um die Stauseen und tritt überall dort auf, wo es nett ist und sich Menschen versammeln. Natürlich auch an der Lister. Rücksichtsloses Verhalten, rüpelhaftes Benehmen, das gibt es vom Baldeneysee bis zur Bigge.“

Beseitigung kostet viel Geld

Die Umweltverschmutzung ist schon ärgerlich. Schlimm ist aber auch, dass für die Beseitigung des Mülls laut Britta Balt die Allgemeinheit zahlen muss. Die Ruhrverbands-Mitarbeiterin erläutert: „Wir gehören quasi den Bürgern. Die Kommunen sind bei uns Pflichtmitglieder. Über die Trinkwasser- oder Abwasser-Gebühren zahlen so alle für die Beseitigung des Mülls, weil wir die Kosten dafür umlegen müssen.“ Die Pressesprecherin berichtet weiter, dass so pro Jahr durchaus ein „fünfstelliger Betrag“ zusammenkommt.

Auch im Wald liegt Müll

Die Bereiche nahe an den Talsperren sind beileibe nicht die einzigen Gebiete, in denen der Ruhrverband regelmäßig Müll einsammeln muss. „Wir gehören zu den größten Waldbesitzern in NRW, uns gehören große Ländereien. Unsere Wälder werten die Talsperren zusätzlich auf“, erläutert Britta Balt. Und, na klar: Auch im Forst muss der Ruhrverband Unrat entsorgen. „Das läppert sich“, weiß Britta Balt. Sie weist, neben dem Ärger mit all dem Müll, noch auf einen weiteren Aspekt hin: „Oft wird gegrillt, also Feuer angezündet. Das birgt natürlich die Gefahr, dass Brände entstehen. Deshalb der Appell: Bitte kein Feuer entfachen.“

Noch ist die warme Jahreszeit kaum angebrochen. Erfahrungsgemäß nehmen die Probleme mit wild entsorgtem und liegen gebliebenem Müll und Zerstörungen von Ruhrverbands-Anlagen in den Sommermonaten noch zu.

Vandalismus ist ein Problem

„Nach dem ungewöhnlich kühlen Frühjahr stehen die Chancen für schönes Wetter jetzt besser. Gerade in Zeiten von Corona wird es daher viele Menschen wieder verstärkt ins Freie ziehen. Der Ruhrverband als Betreiber der großen Talsperren im Sauerland sieht dies mit Sorge, denn schon in den vergangenen Jahren hat es besonders rund um die verlängerten Wochenenden viele Vandalismusschäden an Betriebs- und Verkehrssicherungseinrichtungen der Talsperren gegeben“, berichtet der Ruhrverband.

Besonders schwerwiegend sei das Problem an der Lister- und Biggetalsperre, wo sich einzelne Plätze immer mehr zu beliebten Freizeit-Treffpunkten entwickelt hätten. „Dabei kam es dann wiederholt zu Sachbeschädigungen und Vermüllung; mit der Beseitigung der Schäden waren die Betriebsteams des Ruhrverbands tagelang beschäftigt“, ärgern sich die Verantwortlichen des Ruhrverbandes.

Anlagen dienen der Wasserversorgung

Sie weisen daher in aller Deutlichkeit darauf hin, dass die Talsperren im Sauerland – auch wenn sie im Lauf der Jahrzehnte zu stark frequentierten Ausflugszielen geworden seien –, in erster Linie technische Anlagen sind, die oft der sicheren Wasserversorgung von Millionen Menschen dienen: „Für die Kosten, die die Beseitigung von mutwilligen Beschädigungen verursacht, zahlt letzten Endes ebenfalls die Allgemeinheit.“

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