Mutmaßliche Körperverletzung und Nötigung

Kein Urteil ohne Beweise: 29-Jähriger freigesprochen

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Meinerzhagen - Wegen des Vorwurfs der Körperverletzung und versuchter Nötigung stand am Dienstag ein 29-jähriger Halveraner vor dem Amtsgericht in Meinerzhagen. Der Prozess endete jedoch mit einem Freispruch.

Der Halveraner soll in der Wohnung seiner Freundin in Meinerzhagen intime Berührungen zwischen der Frau und einem Bekannten beobachtet haben. Daraufhin soll er den mutmaßlichen Rivalen attackiert und ihm eine Toraxprellung sowie Rippenfrakturen und Hämatome zugefügt haben. Zudem soll er dem Mann einige Tage später damit gedroht haben, ihn noch einmal zu verprügeln und zu behaupten, er hätte die Frau vergewaltigt, wenn dieser die Polizei informiert. 

Der Angeklagte gab am Dienstag im Amtsgericht an, am 23. März vergangenen Jahres zur Tatzeit gegen 18 Uhr gar nicht in der Wohnung gewesen zu sein. „Ich habe ihn nicht angerührt“, sagte der 29-Jährige. Der Richter verlas daraufhin Zeugenaussagen von einem ersten Anlauf des Prozesses im vergangenen November. 

Damals hatte der mutmaßlich Geschädigte erklärt, er habe die Frau nach einem Streit mit dem Angeklagten trösten wollen. Dabei seien sie sich auch etwas näher gekommen. Plötzlich sei der Halveraner aufgetaucht und habe zugeschlagen. „Ich habe ihn im Augenwinkel erkannt“, berichtete der Zeuge im November. Eine Drohung per Telefon habe es jedoch nicht gegeben.

Die Frau gab zu, sich nicht genau an den Tag erinnern zu können. Sie sei, wie so oft, betrunken gewesen. Sie wisse nur, dass sie mit dem Angeklagten gestritten habe. Der mutmaßlich Geschädigte sei schon seit Jahren hinter ihr her. Ob er am besagten Tag in der Wohnung war, konnte sie nicht sagen. 

Der Angeklagte bat das Gericht im November darum, Zeugen zu laden, die bestätigen könnten, dass der 29-Jährige am Tattag bei ihnen war. Richter Guido Varney kam dem nach. Doch nur ein Zeuge erschien gestern vor Gericht. Der ehemalige Arbeitskollege berichtete, er sei an einem Tag im März – das genaue Datum wisse er nicht mehr – mit dem Angeklagten zusammen gewesen. Sie hätten getrunken und bei einem Kumpel übernachtet. 

Nach der Beweisaufnahme entschied Richter Varney, den fünffach – auch einschlägig – vorbestraften Mann freizusprechen. Die Nötigung habe es nicht gegeben. Bezüglich der Körperverletzung lägen zwar ärztlich Atteste vor. Zwischen den Untersuchungen und dem 23. März würden allerdings einige Tage liegen. Somit seien die Verletzungen nicht eindeutig zuzuordnen. Aufgrund eines regelmäßigen Alkoholkonsums könne nicht ausgeschlossen werden, dass die Verletzungen zum Beispiel durch einen Sturz entstanden waren. Letztlich stand Aussage gegen Aussage. „Um jemanden bestrafen zu können, hat die Beweisaufnahme nicht ausgereicht“, begründete Richter Guido Varney schließlich den Freispruch.

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