Schlimmer Verdacht: Paketzusteller soll lange Finger gemacht haben

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Am Amtsgericht Meinerzhagen wird gegen den Paketzusteller verhandelt.

Meinerzhagen – Ein Mann aus Meinerzhagen soll seine Position als Paketzusteller ausgenutzt haben, um an ein Weihnachtsgeschenk für seine Tochter zu gelangen.

„Ich habe nichts gestohlen“, beteuerte der 48-Jährige im hiesigen Amtsgericht. Im Dezember 2017 wartete ein Meinerzhagener auf ein Paket mit einem teuren Handy. Doch das bekam er nicht. Stattdessen soll es sich der Angeklagte eingesteckt haben. Nachforschungen beim Hersteller des Mobiltelefons ergaben, dass einige Zeit nach Weihnachten das besagte Handy aktiviert worden war. Da jedes Gerät eine nur einmal vergebene Identifikationsnummer hat, bestand kein Zweifel daran, dass es sich um das verschwundene Teil aus dem Paket handelte. 

Die Spur führte zu einer Schule und dort zur Tochter des Angeklagten. Die gab an, ihr Vater hätte ihr das Handy zu Weihnachten geschenkt. Im Gericht blieb der Angeklagte dabei, keinen Diebstahl begangen zu haben: „Es ist gar nicht möglich, etwas zu stehlen. Da sind überall Kameras. Man wird beobachtet.“ Außerdem sei er an zwei Standorten eingesetzt gewesen. Er wisse nicht, ob er überhaupt an dem Tag Pakete in Meinerzhagen ausgeliefert habe. 

Woher das Handy denn stamme, fragte der Richter. Bei der Beantwortung kam der 48-Jährige merklich ins Schwimmen. Er wisse es nicht mehr so genau, vielleicht aus Lüdenscheid. Eine Quittung konnte der Mann nicht vorlegen. Er habe das gebrauchte Gerät bei einem fliegenden Händler für 150 Euro gekauft. Wenn jemand einem ein Handy, das normal 602 Euro kostet, für 150 Euro anbietet, dann müsste man doch ahnen, dass da etwas nicht richtig ist, wurde der Richter hellhörig. Plötzlich gab der Angeklagte an, gar nicht mehr zu wissen, wie viel er tatsächlich bezahlt hatte. 

Er kenne sich auch gar nicht so mit Handys aus. Und Unterlagen habe er auch nicht dazu bekommen. „Aha, es gab also keine Unterlagen zum Gerät. Ein Grund mehr, misstrauisch zu werden“, stellte der Richter fest. Er machte keinen Hehl daraus, dass er die Angaben des Meinerzhageners nicht für glaubhaft hielt. Da der Mann aber beharrlich bei seiner Aussage blieb, setzte der Vorsitzende die Verhandlung aus. Zu einem neuen Termin soll ein Zeuge gehört werden, der klären kann, wo der Angeklagte zur Tatzeit im Einsatz war.

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