Tierquälerei

Gerichtsverhandlung: Hund getreten und geschlagen

Gericht Symbol, Urteil, Richter
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Vor Gericht wurde ein Mann wegen Tierquälerei verurteilt.

Meinerzhagen - Da nützte auch kein Einspruch. Letztlich war die Strafe wegen Tierquälerei sogar höher als ursprünglich gefordert.

Ein von Zeugen beschriebenes Jaulen und Winseln machte deutlich, dass die Schläge und Tritte, die ein kleiner Hund am Nachmittag des 6. August vergangenen Jahres abbekommen hatte, durchaus schmerzhaft für den Kleinen gewesen sein müssen. Der Fall wurde jetzt vor dem Amtsgericht Meinerzhagen behandelt.

Tier war angebunden und wehrlos

Wehrlos war das Tier an der Nettofiliale an der Immeckestraße in Meinerzhagen angebunden worden. Während Herrchen seinen Einkauf erledigen wollte, näherte sich ein Mann dem Hund – schlug zunächst und trat dann sogar zu. Vor Gericht gab der 53-Jährige an, er habe sich nur gewehrt, weil das Tier ihn habe beißen wollen. Das sei aufgrund seiner Krankheit sehr gefährlich für ihn. Die Leine des Vierbeiners – am Kopf gerade einmal 25 Zentimeter hoch – sei, anstatt an den dafür vorgesehenen Haken, an der Behindertenrampe befestigt worden. „Was hat er da zu suchen?“, echauffierte sich der Angeklagte. Er sei nicht mehr vorbeigekommen, da habe der Hund nach ihm geschnappt. Auch gegen den Besitzer, der aufgeregt aus dem Geschäft gekommen sei, habe er sich nur gewehrt: „Er lief mit vollem Anlauf auf mich zu.“

Von einem Angriff seitens des Hundebesitzers hatten die drei Augenzeugen im weiteren Verlauf der Verhandlung nicht berichtet. Vielmehr gaben sie übereinstimmenden an, dass der Hund den Angeklagten gar nicht attackiert habe. Der Besitzer sei den 53-Jährigen zwar verbal angegangen, ein körperlicher Angriff sei jedoch nicht erfolgt. Die Zeugen erklärten, der Angeklagte sei ohne Grund auf den Hund los. Zwischen dem Besitzer und dem Angeklagten bestehe eine lange Feindschaft, warf der Richter ein.

Gericht kann keine Notwehr feststellen

Auf die Strafanzeige gegen den Angeklagten war diesem zunächst ein Strafbefehl über 825 Euro zugegangen. In dem Glauben, in Notwehr gehandelt zu haben, legte der 53-Jährige Einspruch dagegen ein. Vor Gericht stellte sich der Mann bis zum Ende der Verhandlung als Opfer dar. Das sah der Richter allerdings anders. Er erhöhte die zu zahlende Summe von 825 Euro auf 1400 Euro wegen Tierquälerei und Körperverletzung.

Tierquälerei

Im deutschen Recht wird Tierquälerei als Straftat eingestuft. Vor dem Gesetz wird als Tierquäler angesehen, wer Wirbeltiere grundlos tötet oder diesen erhebliches Leiden oder Schmerz zufügt. Auch das Zufügen von wiederholten Schmerzen bzw. Leid oder über einen längeren Zeitraum wird vom Gesetzgeber als Tierquälerei angesehen. Der § 17 des Tierschutzgesetzes sieht eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe vor, wenn ein Tier mutwillig getötet oder gequält wird. Was sich allerdings als hinfällig erweist, handelt es sich nur um den Versuch oder eine fahrlässige Tat. Denn eine versuchte oder fahrlässige Tierquälerei sowie eine Tiermisshandlung werden als Ordnungswidrigkeiten eingestuft, die mit Geldbußen bis zu 25.000 Euro geahndet werden. Die Tat kann zudem als Sachbeschädigung eingestuft werden, falls es sich um ein fremdes Tier handelt. Quelle: Juraforum.de

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