Ampelschaltung alles andere als optimal

+
Ein Lastwagen oder Auto reicht aus, um die grüne Ampelphase der B54/L539 zu unterbrechen. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Seit Mitte Juli rollt der Verkehr auf der Südumgehung. In Teilbereichen und abhängig von der Tageszeit stockt er jedoch erheblich.

Zu den „kritischen Stellen“ zählen die mit Ampelanlagen ausgestatteten Kreuzungsbereiche L306/B54 und B54/L539. Besonders auf der B54 (Oststraße) sind zu den Verkehrsstoßzeiten „großstädtische Verhältnisse“ zu beobachten.

Da dauert die Fahrt von der Kreuzung Am Bücking bis zu den Autobahn-Auffahrten schon mal gut zehn bis zwölf Minuten. Für die rund 1,4 Kilometer lange Strecke eine Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 7 Kilometern in der Stunde. Ein Tempo, bei dem der geübte SGV-Wanderer locker mithalten kann.

Bereits im Juli verkündete der für die Ampelsteuerung zuständige Landesbetrieb Straßen NRW, dass an der Optimierung der Ampelsteuerung noch gearbeitet würde. Zu diesem Zeitpunkt lief noch ein Standardprogramm, bei dem der Verkehrsabfluss von der Autobahn Vorrang erhielt.

Wesentliche Veränderungen oder gar Verbesserungen an der Situation haben sich zwischenzeitlich noch nicht ergeben. Auf diesen Umstand ging auch Volkmar Rüsche (CDU) mit seiner Anfrage in der letzten Sitzung des Bau-und Vergabeausschusses ein. Dabei bezog er sich speziell auf die Ampelanlage an der ehemalige Einfahrt der B54/L539 (Firma Pampus). Rüsche bat die Stadtverwaltung, die Frage nach einer „alternativen“ Steuerung mit dem Landesbetrieb Straßen zu besprechen.

Genau mit dieser Aufgabenstellung ist die Firma Stührenberg Signaltechnik aus Detmold (sie ist im Auftrag des Landesbetriebs für die Ampeln zuständig), in den letzten Tagen nahezu ununterbrochen an allen „Knotenpunkten“ im Einsatz. Mit Laptops „bewaffnet“, wurden die Steuerungsanlagen in den grauen Schaltschränken mit neuen Daten gefüttert. Ziel hierbei: Basierend auf den während der Verkehrsbelastung gemessenen Verkehrsströmen sollen Phasenabläufe für die verschiedensten Verkehrssituationen errechnet werden. Am Ende dieses Prozesses soll dann eine vollständige Koordination der Schaltungen aller Ampeln unter- und miteinander und ein optimierter Verkehrsfluss stehen. Induktionsschleifen, die in der Fahrbahn verlegt sind, und Videokameras an den Ampelmasten sind für die Erfassung dieser Daten seit Wochen im Einsatz.

Ob nach den auch noch notwendigen Testläufen, in denen die verschieden Berechnungen auf ihre Nutzbarkeit geprüft werden, eine „Grüne Welle“ für zügige Fahrt sorgen wird, ist fraglich.

„Die grüne Welle ist ein antiquierter Begriff. Seit einigen Jahren kommen bereits an ihrer Stelle die koordinierten Ampelsteuerungen zum Einsatz“, so Kai-Uwe Flitsch vom Landesbetrieb Straßen. Auf Anfrage der MZ erläutert der „Ampelfachmann“ die Schwierigkeiten der Ampelsteuerung im Bereich der Südumgehung/Oststraße.

„Wir haben hier zahlreiche Seitenstraßen, die auf Anforderung freie Fahrt erhalten. Dabei soll möglichst für alle beteiligten Verkehrsteilnehmer im Durchschnitt eine gleichlange Wartezeit eingehalten werden“, so Kai-Uwe Flitsch. Genau dieser Umstand bringt aber immer wieder den Verkehrsfluss, besonders auf der Oststraße, ins Stocken.

Da die Aufstellflächen für die Fahrzeuge in den Seitenstraßen zum Teil sehr begrenzt sind, können dort auch nicht die Rotphasen erheblich ausgedehnt werden. Dieses wäre aber für eine „grüne Welle“ klassischer Art notwendig.

„Wir werden mit den verschiedensten Berechnungen der Fachleute der Firma Stührenberg versuchen, das Optimum herauszuholen. Hierfür wird aber noch einige Zeit benötigt“, so Kai-Uwe Flitsch. Mit in die Überlegungen einbezogen wird derzeit auch die Regelung für die ehemalige Zufahrt der B54, jetzt Sackgasse in das Gewerbegebiet. Ob es dabei auch zu einer kompletten Abschaltung kommen könnte, da dort das Fahrzeugaufkommen gegenber früher drastisch zurückgegangen ist, wird von den Fachleuten mit in die Gesamtbetrachtung aufgenommen. Installiert wurde diese Ampelanlage damals, da sich in diesem Kreuzungsbereich ein Unfallschwerpunkt entwickelt hatte.

Bis zur bestmöglichen Lösung wird also noch einige Zeit ins Land gehen. Der vor der Tür stehende Winter dürfte sicherlich nicht zur Entspannung der Lage führen. ▪ jjh

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare