Schulen treffen Maßnahmen für den Ernstfall

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Schüler stehen am 22. Februar in Menden vor dem Hönne-Berufskolleg. Hier war ausgelöst worden. - Foto: dpa

Meinerzhagen - 11. März 2009: In Winnenden erschießt ein 17-Jähriger neun Jugendliche und drei Lehrer an seiner ehemaligen Schule. Auf der Flucht tötet er drei Passanten. Spätestens seit dieser schrecklichen Bluttat ist das Thema Amoklauf in den Schulen im Land „angekommen“.

Am 22. Februar wurden die Erinnerungen an das blutige Massaker wieder wach, als am Hönne-Berufskolleg in Menden Amokalarm ausgelöst wurde. Hier gab es keine Toten oder Verletzten – und dennoch stellen sich seitdem wieder die alten Fragen: Kann sich eine Schulleitung wirklich auf den Ernstfall vorbereiten? Gibt es wirkungsvollen Schutz vor solchen Amokläufen?

„Ein solcher Fall lässt sich nicht üben oder simulieren“, glaubt Christiane Dickhut von der städtischen Sekundarschule. „Schon allein deshalb, weil man die Schüler nicht verängstigen oder in Panik versetzen möchte.“ Dennoch hat man sich am Rothenstein so gut wie möglich auf eine solche Lage eingestellt: „Wir haben ein Alarmsystem. Jeder Kollege kann durch Wählen einer besonderen Telefonnummer jederzeit auslösen. Und bei uns gibt es auch einen Amokknopf, durch den Alarm gegeben werden kann. Außerdem haben wir eine besondere Durchsage verabredet, an der jeder Lehrer erkennen kann, dass eine ernste Situation eingetreten ist“, erläutert Dickhut. In Zusammenarbeit mit dem Schulträger habe man außerdem dafür gesorgt, dass die Eingangstüren während der Schulzeit abgeschlossen bleiben. Das ist übrigens auch an den vier heimischen Grundschulen so.

Am Evangelischen Gymnasium will man – wie an der Sekundarschule – keine Details zu den Plänen preisgeben, die für den Ernstfall in der Schublade liegen. Rektor Sven Dombrowski setzt bei diesem Thema allerdings auf ein dreistufiges Modell: Prävention, Information und das für diesen Fall vorbereitete Gebäude. „In Absprache mit der Polizei haben wir Maßnahmen getroffen“, erläutert er. Und im Vorfeld gehöre es zum Konzept, mit den Schülern über das Thema zu sprechen, heißt es weiter. „Die Lehrer sind natürlich sensibilisiert.“

Auch die Polizei möchte sich ungern in die Karten schauen lassen, was die Planungen in Sachen Amokläufe betrifft: Wie viele Beamte beispielsweise am 22. Februar in Menden eingesetzt wurden, möchte Polizeisprecher Marcel Dilling nicht sagen. Werde ein Einsatz unter dem Stichwort „Amok“ ausgelöst, wisse der Disponent aber sofort, welche Kräfte zu alarmieren seien. „Das ist dann auch nicht mehr aufzuhalten.“

Welche Einsatzkräfte alarmiert werden, geht aus einem Konzept hervor, das der Märkische Kreis eigens für den Fall eines sogenannten Massenanfalls von Verletzten (Manv) erarbeitet hat. Entsprechend der zu erwartenden großen Anzahl von Patienten alarmierte die Kreisleitstelle bei dem Vorfall am Hönne-Kolleg zahlreiche Einsatzkräfte aus dem gesamten Kreisgebiet. Mit dabei waren am 22. Februar auch der Kiersper Wehrleiter Georg Würth und Notärzte aus dem Volmetal.

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