Impfung für ambulante Pflegedienste

Erleichterung bei Pflegekräften: „Es geht ein Stück vorwärts“

Für Mitarbeiter der ambulanten Pflege besteht die Möglichkeit zur Impfung.
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Für die Mitarbeiter der ambulanten Pflege besteht die Möglichkeit zur Impfung. Kathy Brandt (rechts) vom Pflegedienst Christel Schmidt ist darüber froh.

Auf einmal ging alles ganz schnell. „Wir werden geimpft!“, ist Kathy Brandt, Inhaberin des Pflegdienstes Christel Schmidt erleichtert. Sie selbst hat ihre erste Impfung bereits im Impfzentrum in Lüdenscheid bekommen, drei Tage, nachdem sie für ihren Pflegedienst in der Butmicke die Benachrichtigung erhalten hatte, dass eine Impfmöglichkeit bestehe. In der zurückliegenden und der kommenden Woche sollen alle Mitarbeiter, die sich impfen lassen wollen, geimpft werden. „Es ist für alle eine große Erleichterung. Man hat das Gefühl, es geht ein Stück vorwärts.“

Meinerzhagen – Geimpft worden sei sie mit dem Astrazeneca-Impfstoff, berichtet die Chefin des Meinerzhagener Pflegedienstes.

Der Hintergrund: Die neuen Lieferzusagen des Impfstoff-Herstellers hatten Anfang des Monats zu einer Änderung der Impfstoff-Strategie geführt. Bis einschließlich der ersten Märzwoche wurde für NRW eine Lieferung von 600 000 Impfdosen des Astrazeneca-Vakzins angekündigt, die alle direkt verimpft werden sollen. Für die zweite Impfung, die nach neun bis zwölf Wochen erfolgt, sollen neue Lieferungen genutzt werden. „Das ist wohl der Grund, warum es jetzt für uns nun doch überraschend losgeht“, meint Kathy Brandt. Verbunden damit ist auch der Rat der Ständigen Impfkommission, die den Impfstoff von Astrazeneca nur für Menschen bis 64 Jahre empfiehlt. Daher sollen ihn nun die priorisierten Gruppen – zum Beispiel die Mitarbeiter ambulanter Pflegedienste, Krankenhauspersonal oder Rettungsdienste bekommen. Der Biontech-Impfstoff soll für die Über-80- und später für die Über-70-Jährigen verwendet werden.

Keine Impfpflicht

Sie sei einfach froh über diese Entwicklung, blickt Kathy Brandt für sich und ihr Pflege-Team nun etwas optimistischer in die Zukunft. Gut die Hälfte der 50 Mitarbeiter wolle sich impfen lassen. Bei einigen herrsche noch eine gewisse Unsicherheit. „Sie zögern noch, weil der Impfstoff eben erst seit Kurzem auf dem Markt ist.“ Eine Impfung gegen das Corona-Virus ist freiwillig. Eine Impfpflicht besteht nicht.

Lob für Impfzentrum

Von ihrem Besuch im Lüdenscheider Impfzentrum ist Kathy Brandt „hellauf begeistert“. Es sei alles gut organisiert, so lautet ihre Erfahrung. „Es wurde jederzeit geholfen, es war immer ein Ansprechpartner da und alle waren nett und freundlich.“

„Gut gelaufen, nach einer halben Stunde war alles geschafft“ – so ihr Fazit. Nebenwirkungen habe sie ebenso wenig verspürt wie ihr Ehemann und ihr Sohn, die ebenfalls beide im Pflegedienst tätig sind.

Arbeit geprägt von Unsicherheit

Verbände wechseln, beim Waschen und Anziehen helfen, Medikamente reichen – täglich haben die Pflegerinnen und Pfleger der ambulanten Dienste Kontakt zu Menschen, die zur Risikogruppe gehören. Die Arbeitssituation der Pflegedienste war in den vergangenen Monaten trotz der regelmäßigen Schnelltests angespannt und geprägt von Unsicherheit. Eine Impfung wurde als Chance betrachtet. Viele Patienten seien bereit, sich impfen zu lassen. „Das gibt allen etwas Zuversicht und erleichtert sie“, ist auch Kathy Brandt überzeugt.

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