Keine Chance für Tulpenbaum auf dem "Volmemarkt" in Meinerzhagen

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Birgit Claus „rüttelte“ mit ihrem Vortrag und der Frage nach dem Restrisiko die Ausschussmitglieder nochmals auf und stieß dabei auf viel Verständnis und Gemeinsamkeit in der Sache.

Meinerzhagen - Keine Chance gibt es für den Tulpenbaum auf dem neuen Stadtplatz „Volmemarkt“.

Die überarbeitete Entwurfsplanung des Stadtplatzes (die MZ berichtete), stand am Dienstag ganz oben auf der Tagesordnung des Ausschusses für Planung, Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt. Sowohl Thomas Wieden als auch Rainer Lingnau waren dazu als Fachleute angereist, um die Kommunalpolitiker und Zuhörer mit detaillierten Informationen zu versorgen.

Im Zusammenhang mit dem Thema hatte bereits Birgit Claus in der Stunde der Öffentlichkeit eine kritische Frage an die Verantwortlichen gestellt. Am Ende ihres sachlich und fundierten Plädoyers gegen die Anpflanzung des Tulpenbaumes formulierte sie: „Wollen und können sie mit dem Restrisiko leben?“ Damit bezog sie sich auf die vielfach dokumentierte Giftigkeit des Baumes, welche von bestimmten Teilen, wie beispielsweise seiner Rinde, ausgehe.

An Rainer Lingnau lag es in den folgenden Erläuterungen zur Planung, diese Auffassung zu relativieren. Zwar bemühte er hierzu die Erkenntnisse verschiedenster Fachleute, dass die „toxische Belastung“ des Tulpenbaumes auf einer bis vier reichenden Skala bei der Stufe 1 (sehr schwach) liege. Je nachdem wie jedoch die körperliche Konstitution der Menschen sei, die unter Umständen mit dem Tulpenbaum in Berührung kommen, könnten aber gesundheitliche Beeinträchtigungen nicht ausgeschlossen werden.

Ratsherr Volkmar Rüsche (CDU) hatte sich bereits vor mehr als einem Jahr im selben Ausschuss gegen die Verwendung der Baumart ausgesprochen. Dabei verwies er auf seine Internetrecherche, wonach der Tulpenbaum als giftig, bruchempfindlich, frostempfindlich, empfindlich gegen Bodenverdichtungen und bei Pflasterungen, sowie als sehr großwüchsig gelte.

 In der Sitzung verwies er auf seine Äußerungen von damals und fügte zusätzlich noch seine Frage an: „Warum Bäume aus Nordamerika, haben wir im Sauerland nicht genug geeignete Bäume?“. Sicherlich auch den vorliegenden Informationen geschuldet, brachte die Verwaltung eine „Baum-Alternative“ in der Sitzung aufs Tapet: Den Amberbaum. In Deutschland ist nur der Amerikanische Amberbaum (Liquidambar styraciflua) verwendbar, da er frost- und winterhart ist. Als Großbaum erreicht er eine Breite von bis zu zehn Metern und eine Höhe zwischen 20 und 45 Metern. Damit zählt er somit zu den höchsten Laubbäumen in Europa.

Mittlerweile kommen aber auch immer häufiger „Kleinbaum-Züchtungen“ zum Einsatz. Im Hinblick auf seine eventuelle „Giftigkeit, konnte „Baumfachmann“ Rainer Lingnau eine grundsätzliche Entwarnung geben. Auf die häufiger in der Diskussion aufkommende Frage, warum keine einheimischen Bäume bei der Planung berücksichtigt wurden, gab Fachbereichsleiter Friedrich Rothaar eine klare Antwort. „Bei der Planung sollten für einen besonderen Platz auch besondere Bäume angepflanzt werden. Solche, die mit ihrem Habitus eine besondere optische Wirkung erzielen“.

Durchweg positiv bewerteten Ausschussmitglieder letztendlich die Alternative und stimmten ihr mehrheitlich zu. Ebenso wurde die vorgelegte „angepasste“ Entwurfsplanung insgesamt angenommen, sodass der Rat durch sein entsprechendes Votum die Grundlage für den Baustart Anfang nächsten Jahres geben könnte.

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