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Empfängerin sucht Amazon-Paket - und wird auf Friedhof fündig

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Von: Frank Zacharias

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Ein Amazon-Paket wurde einer Meinerzhagenerin versehentlich auf dem Friedhof zugestellt
Der Lieferdienst schickte Nadine Kasper lediglich ein Foto vom Ablageort (links) – dass es sich um die Friedhofskapelle handelte, erfuhr sie erst nach eigener Recherche an der Jesus-Christus-Kirche. (Collage) © Kasper

Dass Pakete in Altpapiertonnen, in Hecken oder bei falschen Empfängern abgegeben werden, ist nicht neu. Was die Meinerzhagenerin Nadine Kasper jetzt aber mit einer Lieferung des Versenders Amazon erlebte, dürfte einmalig sein – und führte zu einer wahren Schnitzeljagd, die an einem skurrilen Ablageort endete.

Meinerzhagen - Zunächst ging alles seinen normalen Weg: Nur wenige Tage nach der Bestellung erhielt Nadine Kasper eine Nachricht, dass das Paket abgestellt worden sei – auch per Foto. Eines stand dabei schnell fest: Es lag nicht vor der Haustür der Kaspers.

„Ich habe wegen der Tür gedacht, dass es irgendeine Kirche sein müsste. Warum der Bote es ausgerechnet da abgelegt hat – keine Ahnung“, sagt Nadine Kasper im Gespräch mit der MZ. Dass die Adresse der Kaspers ursprünglich korrekt angegeben wurde, beweist die (korrekte) Lieferung einer anderen Ware, die zeitgleich bestellt worden war. „Die steckte ganz normal bei uns zu Hause im Briefkasten“, berichtet Kasper.

Küster gibt wertvollen Hinweis

Nicht so das andere Paket – für das sich die Meinerzhagenerin nun auf die Suche machte. Aufgrund der auffälligen Tür zunächst in Richtung Jesus-Christus-Kirche. Auf dem Kirchplatz traf sie auf den Küster der Gemeinde – „zum Glück“, wie Nadine Kasper sagt. Denn der hatte beim Blick auf das Foto gleich einen heißen Tipp parat: die Kapelle auf dem evangelischen Friedhof an der Heerstraße.

Was durchaus möglich war, denn: Die Familie Kasper wohnt an der Heerstraße – die ist allerdings lang, erstreckt sich vom Viadukt am Friedhof über die Umgehungsstraße bis hin zum Gewerbegebiet Schwenke am Eisenweg. „Und offenbar hat sich der Bote in der Hausnummer vertan“, sucht Nadine Kasper nach einer Erklärung dafür, dass sie schlussendlich tatsächlich an einem ungewöhnlichen Ort fündig wurde: auf dem Friedhof, vor der Tür der Kapelle.

„Am Ende habe ich darüber gelacht. Zu dem Zeitpunkt, als ich das Foto bekam, war ich aber wirklich sauer“, sagt Kasper. Vor ihrer Odyssee durch Meinerzhagen hat sie deshalb direkt bei Amazon angerufen, um dort den Namen des beauftragten Lieferdienstes zu erfahren.

Versandhändler zeigt sich kulant

„Nach etwas Zögern gab die wirklich nette Dame am Telefon dann zu, dass es der amazon-eigene Lieferdienst war.“ Und das führte am Ende tatsächlich zu einem doch noch guten Ende der unglaublichen Geschichte. „Als Entschuldigung für die falsche Zustellung wurde der komplette Kaufpreis erstattet“, berichtet Nadine Kasper. Was vor allem ihre 15-jährige Tochter freut: Denn die hatte die Bestellung aufgegeben und mit dem Guthaben eines Geschenkgutscheins bezahlt – und kann sich von den gesparten 23 Euro jetzt ein weiteres Geschenk aussuchen.

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