Umzug des Hallenhauses erst 2017 abgeschlossen

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Auch im Inneren des Gebäudes gab es für die Bauhistoriker viel zu erforschen.

Meinerzhagen - Eigentlich sollte das 1629 erstmals urkundlich erwähnte Bauernhaus aus Schürfelde bereits im Jahr 2013 demontiert und im Freilichtmuseum Lindlar wieder aufgebaut werden. Doch die Arbeiten haben sich verzögert. Jetzt rechnen die Denkmal-Experten aus Lindlar damit, dass das Projekt erst 2017 abgeschlossen wird.

Von Jürgen Beil

Dieter Wenig ist Bauhistoriker im Lindlaer Freilichtmuseum des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR). Er betreut die aufwendige Aktion „Hallenhaus Schürfelde“. Dass die Demontage des historischen Bauwerkes samt Wiederaufbau im Museum nun gleich um Jahre nach hinten geschoben werden musste, sei schlicht der Sorgfaltspflicht geschuldet, teilte er auf MZ-Anfrage mit. „Es galt, eine Menge Fragen zu klären. Wir mussten zum Beispiel die verschiedenen Hölzer datieren, um einzelne Umbauphasen festzulegen. Außerdem sind etwa 200 Kubikmeter Bruchstein-Mauerwerk zu erfassen und umzusetzen. Natürlich mussten wir auch auf dem Museumsgelände einen geeigneten Standort finden und ihn für den Wiederaufbau vorbereiten“, erläutert Wenig.

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Dass das Expertenteam des Museums auf einem guten Weg ist, davon ist der Bauhistoriker überzeugt. Noch in diesem Monat soll die Demontage beginnen. „Zunächst bauen wir die verschiedenen Holzteile zurück.“ Jetzt ist also die letzte Chance, das Gebäude noch einmal in seinem – baulich sicherlich alles andere als optimalen – augenblicklichen Zustand zu begutachten. Aus diesem Grund hat der LVR für den 21. April auch nach Meinerzhagen eingeladen. Denkmal-Fachleute und Museums-Mitarbeiter aus dem ganzen Land werden sich an diesem Tag zunächst in Haus Nordhelle einfinden, wo ab 10.30 Uhr eine Tagung stattfindet. Dabei sollen alle historischen Details über das spätmittelalterliche Hallenhaus beleuchtet werden. Dazu ist natürlich ein Ausflug nach Schürfelde geplant, wo die Historiker das Gebäude besichtigen können.

„Wir hatten einfach die Pflicht, das Hallenhaus vor der Zerlegung eingehend zu erforschen und die letzten Details herauszukitzeln. Schließlich ging es auch darum, die Frage zu klären, was wir nach Lindlar mitnehmen wollen“, ist Dieter Wenig nun davon überzeugt, der Sorgfaltspflicht genüge getan zu haben. Im Freilichtmuseum Lindlar wird das Haus aus Schürfelde vermutlich 2017 für alle interessierten Bürger zu besichtigen sein. Bis dahin wird auch die allgemeinverständliche Dokumentation über das Gebäude fertig sein – von den Familiengeschichten der einstigen Bewohner bis zu Details über den Baustil.

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