Ein altes Bauernhaus zieht um

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Michael Kamp (rechts), Leiter des Museums in Lindlar, erläuterte dem Arbeitskreis Details zu dem Haus. ▪

MEINERZHAGEN ▪ In Schürfelde, nur wenige Meter entfernt vom Wohnhaus der Familie Grote, wird im Jahr 2013 eine Großbaustelle entstehen.

Auf dem Gelände ist allerdings kein Neubau geplant, genau das Gegenteil ist der Fall. Das alte Bauernhaus neben dem Grote-Anwesen ist das Objekt, dem sich die Baukolonne widmen wird. Das recht marode Gebäude wird aber nicht abgerissen, sondern sorgfältig abgebaut. Eine neue Heimat wird das Haus dann im Freilichtmuseum Lindlar finden, wo es als Paradebeispiel für den Typus historisches „Hallenhaus“ wieder aufgebaut und dabei grundlegend restauriert wird. Die Kosten für die gesamte Aktion dürften etwa 800 000 Euro betragen, inklusive einer eigens anzulegenden Baustraße.

Vor dem Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) soll der Bau entstanden sein, damals diente er der Familie Schürfelde als Unterkunft. Wie zu diesen Zeiten üblich, wohnten die Eigentümer mit zahlreichen Haustieren gemeinsam unter einem Dach. Als ihnen das nicht mehr „komfortabel“ genaug erschien, entstand ein kleiner Anbau – etwa im Jahr 1790.

Dass das alte Bauernhaus etwas ganz Besonderes ist, war dem Leiter des Freilichtmuseums, Michael Kamp, schnell klar. Dass er das Gebäude aber überhaupt entdeckte, ist eher einem Zufall geschuldet. „Ich habe einen Ausflug ins Sauerland gemacht und bin an Schürfelde vorbeigefahren. Von der Straße oberhalb fiel mir das Dach auf – und ich habe mich gefragt, was das bloß sein könnte. Kamp fuhr die Straße hinuter, klingelte bei Familie Grote – und dann nahm alles seinen Lauf. Inzwischen sind Verträge zwischen dem Eigentümer und der Museumsleitung unterschrieben und es steht fest, dass das Museum in Lindlar die neue Heimat des Hauses wird. Dabei hatten die Grotes die Wahl, sich zwischen zwei Interessenten zu entscheiden. Denn: Auch der Landschaftsverband Westfalen-Lippe war inzwischen auf das Haus aufmerksam geworden und überlegte, es dem eigenen Freilichtmuseum in Detmold anzugliedern. Michael Kamp aus Lindlar ist jedoch froh, dass sich die Grotes schließlich für seine Einrichtung entschieden: „Die Familie kennt unser Museum und wegen der räumlichen Nähe ist es ihnen lieber, wenn es bei uns wieder aufgebaut wird. Dann können sie es bequemer besuchen“, erläutert er.

Am Donnerstag dieser Woche stand das historische Hallenhaus – oder das was noch von ihm übrig ist – erneut im Mittelpunkt des Interesses: Der Arbeitskreis Denkmalschutz und Denkmalpflege des Kreisheimatbundes hatte sich in Schürfelde eingefunden, um sich von Michael Kamp Details zu dem Haus und dem Projekt „Wiederaufbau“ erläutern zu lassen. Der Arbeitskreis wird geleitet von Jürgen Stephan aus Lüdenscheid. Der wird jedoch in der kommenden Woche Platz machen und sein Amt als Vorsitzender niederlegen. Designierter Nachfolger ist übrigens ein Meinerzhagener: Ortsheimatpfleger Chris Riederer. ▪ beil

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