Rund um die Gartenstraße

Bebauungsplan als Notbremse?

Ein beachtliches Gebäudevolumen entstand dort, wo bis vor einiger Zeit noch ein „gartenstraße-typisches“ Haus stand.
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Ein beachtliches Gebäudevolumen entstand dort, wo bis vor einiger Zeit noch ein „gartenstraße-typisches“ Haus stand.

Rund um die Gartenstraße sollen weitestgehend alte Siedlungsstrukturen erhalten bleiben, auch bei der Errichtung von neuen Gebäuden. Eine Baumaßnahme, wie sie derzeit durchgeführt wird, wäre demnach nicht mehr möglich.

Meinerzhagen – Wenn der Ausschuss für Klima, Planung, Stadtentwicklung, Mobilität und Umwelt (KPSMU) am kommenden Dienstag zu einer Sitzung zusammenkommt, werden sich seine Mitglieder unter anderem mit dem Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Nummer 79 „Gartenstraße“ befassen. Dieser existiert bisher nicht. Zukünftig würde er den Bereich zwischen der Gerichtstraße im Westen, der Himbergstraße im Osten, dem „Höltchen“ im Norden und der Bahntrasse im Süden abdecken. Hier ist ein historisch gewachsener Wohnsiedlungsbereich vorhanden. Und es gilt derzeit noch bei den entsprechenden Bauanträgen für Neu- und Umbau die sogenannte „34er-Regelung“ für den unbeplanten Innenbereich.

Große Grundstücke

Das Erscheinungsbild dieses Bereichs wird maßgeblich geprägt durch relativ große Grundstücke mit einer lockeren Ein- beziehungsweise Zweifamilienhausbebauung und mit zum Teil sehr großen Hausgärten. In der Beratungsvorlage der Verwaltung findet sich im Rahmen der Begründung für den Aufstellungsbeschluss der Hinweis auf drei großvolumige Mehrfamilienhäuser, welche in den vergangenen Jahren an der Gartenstraße als Ersatz für deutlich kleinere Häuser entstanden. Genehmigt durch den Märkischen Kreis und unter der „Hauptbedingung“, dass diese sich in das Umgebungsbild einfügen sollten.

„Wir wollen mit dieser Entscheidung, der Satzung, derartige Projekte, wie sie derzeit im Bau befindlich sind, ausschließen. Wohlwissend, dass diese für potenzielle Verkäufer von vorhandenen Gebäuden und Grundstücken eine erheblich positivere Auswirkung bei den erzielbaren Einnahmen mit sich bringt“, so Ausschussvorsitzender Rolf Puschkarsky (SPD) auf Anfrage.

Bedenken schon vor einem Jahr

Er war es auch, der bei der Vorstellung eines Bauantrages vor gut einem Jahr Bedenken äußerte. Zielrichtung von ihm dabei war die Größe des Gebäudes. Jetzt, da dieses unweit seiner Fertigstellung ist, bestätigen sich für ihn zumindest optisch diese Bedenken. Das nunmehr angestrebte Ziel des neuen Bebauungsplanes soll der Erhalt der gewachsenen städtebaulichen Strukturen und der wesentlichen baugestalterischen Merkmale des Plangebietes sein.

„Gerade die neuen und großen Mehrfamilienhäuser in den typischen alten Anliegerstraßen bringen Probleme im Hinblick auf die steigende Verkehrsbelastung mit sich. Von der städtebaulichen Optik mal ganz abgesehen.“ Dieser zusätzliche Hinweis von Puschkarsky untermauert praxisnah zusätzlich weiteren Handlungsbedarf.

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