Weniger grippale Infekte

Ein nützlicher Nebeneffekt der Hygienemaßnahmen

Dr. Holger Reimann hat festgestellt, dass weniger Influenza-Fälle gemeldet wurden. Das liegt wohl auch an den Hygieneregeln, die vor dem Coronavirus schützen.
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Dr. Holger Reimann hat festgestellt, dass weniger Influenza-Fälle gemeldet wurden. Das liegt wohl auch an den Hygieneregeln, die vor dem Coronavirus schützen.

Geht es um Virus-Infektionen, dreht sich seit etwa einem Jahr alles um Corona. Dass es auch andere Krankheiten gibt, die durch diese mikroskopisch kleinen Erreger ausgelöst werden, kann Jahr für Jahr besonders in der kalten Jahreszeit festgestellt werden.

Meinerzhagen – Die Grippe und grippale Infekte gehören zum Winter. Ist das auch in diesem Jahr so, oder schützen die Hygiene-Regeln auch vor einem Schnupfen?

Weniger Grippe-Fälle

„Gefühlt ist es weniger geworden. Die Zahl der gemeldeten Influenza-Fälle ist niedriger“, stellt Allgemeinmediziner Dr. Holger Reimann fest. Er schränkt allerdings ein: „Es werden aber wohl auch weniger Influenza-Tests durchgeführt.“

Dass ein Mund-Nasen-Schutz oder gar eine noch wirksamere FFP2-Maske ebenso wie die Handdesinfektion und das Abstandhalten das Risiko senken, sich zu erkälten, steht fest. Und deshalb rät Dr. Reiman auch dazu, dass möglichst jeder Mensch eine FFP2-Maske tragen sollte. „Und die ist dann täglich zu wechseln“, empfiehlt er. Die Mund-Nase-Bedeckung zwecks Desinfektion in die Mikrowelle zu stecken oder sie anderweitigen „Behandlungen“ zu unterziehen, sei mindestens sehr fragwürdig, stellt der Mediziner fest.

Telefonische Krankschreibung

Die Möglichkeit, sich bei einer leichten Atemwegs-Erkrankung nach telefonischer Konsultation mit dem Arzt zunächst für sieben Tage krankschreiben zu lassen, gibt es weiterhin. „Davon wird in meiner Praxis auch nach wie vor Gebrauch gemacht“, stellt Dr. Reimann fest. Er geht allerdings auch davon aus, dass viele Patienten sich mit einer einfachen Erkältung erst gar nicht an ihren Hausarzt wenden.

Was Corona und positive PCR-Tests angeht, hat Dr. Reimann in der vergangenen Woche einen starken Anstieg festgestellt, vor allem in größeren Familienverbänden. Das, so der Arzt weiter, könne durchaus noch im Zusammenhang mit den vergangenen Feiertagen stehen.

Nasenspray weniger gefragt

Viele an einem Schnupfen erkrankte Menschen kaufen sich selbst Medikamente und wenden sich deshalb an einen Apotheker. Das ist auch bei Markus Blumenthal von der Ihne-Apotheke so. Der Valberter hat allerdings festgestellt, dass es in dieser Erkältungssaison tatsächlich eine „erheblich geringere Nachfrage“ beispielsweise nach Nasenspray und Hustensaft gibt. „Und auch andere Erkrankungen kommen wohl seltener vor, wie beispielsweise die Krätze“, berichtet er.

Markus Blumenthal erklärt sich das durch die allgemeinen Kontaktbeschränkungen. Aber auch die übrigen Hygienemaßnahmen spielen nach seiner Ansicht dabei eine große Rolle: „Das Ansteckungsrisiko wird allgemein minimiert. Umarmungen gibt es nicht mehr, Abstandsregel, das Tragen von Masken, die Desinfektion – das Gesamtpaket wirkt“, glaubt er.

Der Absatz von handelsüblichen Mitteln gegen Erkältungen hat stark abgenommen, erhebliche Umsatzeinbußen, was den gesamten Handel in seiner Apotheke angeht, stellt Blumenthal aber nicht fest: „Es hat durchaus umsatzschwächere Monate gegeben, aber insgesamt ist das Geschäft etwa gleichbleibend im Vergleich mit anderen Jahren.“

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