Denkmaltag in der alten Villa im Park

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Matthias Kretschmer (links) stand den Besuchern als Ansprechpartner zur Verfügung. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Wieviel ist ein Pfund? Wer von den jungen Leuten weiß überhaupt noch, was ein Pfund ist? Das fragte am Sonntag Matthias Kretschmer vom wald- und umweltpädagogischen Zentrum Heed die Besucher der Villa im Park.

Ein Pfund, das sollten die Besucher von einem Baumstamm absägen. Wer diesem Gewicht am nächsten kam, durfte sich über eine spezielle Urkunde freuen.

Das war nur eine der zahlreichen Aktionen zum Thema Holz, die für die Besucher am Tag des Denkmals in und um die Villa im Park vorbereitet waren. Die Gäste konnten die Festigkeit von Holz prüfen, die Unterschiede zwischen Birke, Eiche, Wacholder oder Kirsche herausfinden und auch den spezifischen Geruch dieser Gehölze feststellen.

„Holz ist seit Menschengedenken ein zentraler Baustoff“, informierte Ortsheimatpfleger Chris Riederer. Es war in manchen Zeiten der wichtigste Baustoff und ist auch heute noch für Baumeister, Handwerker, Künstler, Hauseigentümer und -bewohner sowie Restauratoren und Denkmalpfleger bedeutsam. Holz war einer der ersten Werkstoffe, mit dem die Menschen in Berührung kamen. Holz war fast immer und überall verfügbar. Es ist ein nachwachsender Rohstoff und vergleichsweise preisgünstig. Bei relativ geringem Gewicht ist es aufgrund seiner vertikalen Wuchsrichtung äußerst reiß- und bruchfest, dennoch aber flexibel und gut bearbeitbar.

Auch über die Eigenschaften von Holz, die verschiedenen Standortfaktoren, sowie die Haltbarmachung konnten sich die interessierten Besucher von Chris Riederer informieren lassen. „Auch das Gelände der Veranda der Villa ist aus Eiche, das Ständerwerk aus Lärche“, informierte der Hausherr Holger Weyland. Anschaulich zeigte Thomas Schröder anhand eines sehr harten afrikanischen „Eisenholzes“ dessen Bearbeitung an einer Drechselmaschine. Matthias Kretschmer lud besonders die Kinder zu einem Baumrindenbilder-Rätsel ein. Mit einem Blatt Papier, das man an die Rinde des Baumes legt und dann mit einem Bleistift die Strukturen überträgt, kann man die unterschiedliche Rindenstruktur sichtbar machen. Das dazu gehörende Blatt des Baumes ergänzte das Bild. So konnten die Besucher verschiedene Bäume fachmännische begutachten und ihre Erkenntnisse als kleine Broschüre mit nach Hause nehmen.

Die Festigkeit von Holz konnten die Besucher auch an einem Nagelbalken erkunden und dabei gleichzeitig noch ihre Kraft und Geschicklichkeit erproben. Mit Würstchen vom Grill, kalten Getränken, Kaffee und Kuchen war für das leibliche Wohl bestens gesorgt. Zu einem gemeinsamen Gespräch fanden sich viele Besucher auf der schönen Veranda ein und genossen das sommerliche Ambiente. ▪ bel

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