26 Mal ein kompletter Neubau

Bushaltestellen: Vollständige Barrierefreiheit bis 2022

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Idealtypisch, weil ganz neu: Die Haltestellen Volkspark/Sparkasse verfügen über alle Annehmlichkeiten.

Meinerzhagen/Valbert – Von perfekter Zu- und Ausstiegsmöglichkeit bis hin zur primitiven Haltestelle: Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) in Meinerzhagen hat alles zu bieten.

Die konzeptionelle Betrachtung der Stadt zeigt ein lückenloses Gesamtbild der Situation auf und legt dar, was getan werden könnte. Wer in Meinerzhagen mit dem ÖPNV unterwegs sein möchte oder muss, findet insgesamt im Stadtgebiet zum Zu- und Ausstieg in die Busse rund 200 Haltestellen. Für eine Flächengemeinde keine ungewöhnlich hohe Zahl. Je nach deren Lage, sind für ihre Errichtung und den Unterhalt unterschiedliche Institutionen zuständig. 

Letztendlich sitzen aber die Stadt, das Land und der Bund und ebenfalls der Märkische Kreis in einem Boot. Und so sind die vier von der UN-Behindertenrechtskonvention und den darauf aufbauenden Gesetzen (Behindertengleichstellungsgesetze, Personenbeförderungsgesetz) gemeinsam verpflichtet. Hauptziel dabei: Die Herstellung der vollständigen Barrierefreiheit im ÖPNV bis zum Jahr 2022 im Regionalen Nahverkehrsplan (RNVP) darzustellen. Zudem ist gefordert, konkrete Maßnahmen und Umsetzungszeitpunkte festzulegen.

Haltestellenkataster für die Bestandsaufnahme

Für die Meinerzhagener Verwaltung war diese Zielsetzung der Anlass, zunächst den Bestand zu erfassen. „Wir haben uns der Angelegenheit intensiv angenommen, weil gerade in unserem ländlichen Raum der attraktive ÖPNV wichtig ist, dazu zählt immer mehr auch die Barrierefreiheit“, so Fachbereichsleiter Jürgen Tischbiereck im Fachausschuss.

Um sich in der Sache einen Überblick zu verschaffen, erstellte man im Rathaus ein Haltestellenkataster. In ihm vermerkt sind die an Gemeindestraßen und Ortsdurchfahrten liegenden Bushaltestellen in der Kernstadt und im Ortsteil Valbert nebst Ortschaften. Erfasst wurde dabei neben dem Standort auch das Vorhandensein von Buskapsteinen, von Aufstellflächen und Wartehallen, von taktilen Elementen und einer Ausleuchtung. 

Der sogenannte idealtypische Zustand, bei dem der maximale Informations-, Sicherheits- und Aufenthaltskomfort vorhanden ist, wird derzeit nur in wenigen Fällen komplett erreicht. Beispielhaft sind hier die neuangelegten Haltestellen an der Sparkasse/Volkspark. 

26 Mal ein kompletter Neubau

In einem ersten Schritt zur Umsetzung hatte die Verwaltung dem Fachausschuss nun eine Liste mit 31 Haltestellen vorgelegt. Fünf Mal soll demnach ein Umbau bestehender Anlagen erfolgen, 26 Mal ist ein kompletter Neubau angesagt. Nicht unerheblich dabei sind die Kosten. Denn nach erster Schätzung liegt die Gesamtsumme bei rund 450.000 Euro. 

Der Betrag relativiert sich aber sehr schnell, da es eine 90-prozentige Förderung durch das Land geben wird. Die ist durch eine entsprechende Mitteilung des zuständigen Zweckverbandes Nahverkehr Westfalen-Lippe angekündigt.

In drei Abschnitten soll die Realisierung erfolgen und sich jeweils auf einen Betrag von 200 000 Euro für 2020, 160 000 Euro für das Folgejahr und 90 000 Euro für das Abschlussjahr 2022 stützen. „Wir sollten die Chance nutzen. So günstig bekommen wir das sonst nie wieder“, resümierte Volkmar Rüsche und stimmte wie alle anderen Mitglieder des Ausschusses der Verwaltungsvorlage zu.

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