Aldi will sich neu aufstellen

Die Aldi-Verkaufsstelle an der Fröbelstraße wurde am 30. September 2010 aufgegeben. ▪ Archivfoto

MEINERZHAGEN ▪ „Aldi Nord will schöner werden“, heißt es in Medienberichten. Rund drei Milliarden Euro will der Discount-Riese demnach in den Umbau und die Modernisierung seiner Filialen stecken. Investiert werden soll auch am Standort Meinerzhagen.

„Wir werden auch unseren Markt an der Lindenstraße umbauen, freundlicher gestalten und mit einer Backstation ausstatten“, informiert auf Nachfrage Thomas Pfeifer, Geschäftsführer der für die Region zuständigen Aldi-Zentrale in Radevormwald.

Zugleich bestätigt Pfeifer, dass es für Meinerzhagen auch die Absicht einer grundsätzlichen Neuausrichtung gebe. „Wir sind auf der Suche nach einem neuen attraktiven Standort möglichst in zentraler Lage und mit einem guten Parkplatzangebot“, so der Geschäftsführer.

Ob dies mit der Aufgabe der Filiale an der Lindenstraße verbunden ist, oder ob es eine neue zweite Filiale im Stadtgebiet geben wird, sei dabei noch offen. „Wir stehen in engem Kontakt mit der Stadt Meinerzhagen und möglichen Investoren“, so Pfeifer. Es sei aber noch zu früh, um schon Details nennen zu können.

Auch Friedrich Rothaar, für den Bereich Planung/Hochbau zuständiger Fachbereichsleiter bei der Stadt Meinerzhagen, bestätigt vom Grundsatz derartige Kontakte. Noch aber sei nichts so weit spruchreif, dass man damit in die Beschlussgremien des Rates gehen könne. Planungsabsichten, möglicherweise im Bereich Oststraße auf dem Areal des geschlossenen und seit nunmehr vier Jahren leer stehenden Möbelhauses Kessler einen neuen Aldi-Standort auszuweisen, hatten sich zerschlagen. Aktuell steht diese Immobilie weiter zum Verkauf.

Am 30. September 2010 war die Aldi-Filiale an der Fröbelstraße geschlossen worden. Auch für diesen Bereich, wo zurzeit neben den ehemals von Aldi genutzten Räumlichkeiten auch das angrenzende Ladenlokal einer Fleischerei-Filiale sowie im separaten Gebäude auch ein ehemaliger Backshop leer stehen, gibt es nach wie vor Überlegungen für eine neue Nutzung.

Die Stadt hat für dieses Areal ein Verfahren zur Änderung des rechtsgültigen Bebauungsplans „Nr. 5 Siepener Tal“ eingeleitet mit der Absicht, durch Ausweisung als Mischgebietsnutzung Einfluss auf die künftige Entwicklung nehmen zu können.

So möchte man mit dem Instrument der Bauleitplanung sich eine größere Einflussnahme auf eine künftige neue Bebauung oder auch eine veränderte Nutzung sichern. Verhindert werden soll, so Fachbereichsleiter Rothaar im Juni vergangenen Jahres bei der Vorstellung der Planungen im zuständigen Fachausschuss, dass durch die denkbare Ansiedlung von sogenanntem „großflächigem Einzelhandel“ mit Verkaufsflächen von mehr als 1200 qm es womöglich zu negativen Einflüssen auf den Einzelhandelsbesatz im Kernstadtgebiet kommen könnte.

Dass für Aldi der Bereich Meinerzhagen nach wie vor als „entwicklungsfähig“ angesehen wird, unterstreichen die aktuellen Bemühungen um einen neuen Standort.

Aldi Nord betreibt zurzeit insgesamt rund 2500 Verkaufsstellen und will kräftig aufrüsten. Die Rede ist vom bislang „größten Investitionsprogramm in der Firmengeschichte“. Neben einer optischen Verbesserung der vom Erscheinungsbild derzeit eher trist wirkenden Märkte soll auch das Warenangebot attraktiver gestaltet werden. So ist flächendeckend der Einbau von Backstationen vorgesehen. Gleichzeitig sollen zunehmend höherwertige Artikel, wie Delikatessen, ins Sortiment aufgenommen werden. ▪ -fe

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