Aktionsplan steigt Lärmbelastungen in Stadt auf  - Schutzmaßnahmen werden geprüft

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Fast 20 000 Fahrzeuge passieren täglich die B54 im Bereich Oststraße.

MEINERZHAGEN - Nachdem das neue Jahr auch in Meinerzhagen mit lautem Böllerknall begrüßt wurde, ist nun fast überall wieder die „normale Ruhe“ eingekehrt. In einigen Bereichen der Volmestadt jedoch ist es mit dieser Ruhe nicht unbedingt zum Besten bestellt.

Ständiger Fahrzeuglärm stört dort mehr oder weniger das alltägliche Leben und dabei besonders auch die Nachtruhe. Die anliegende Bebauung an der B54 im Abschnitt der Kreuzung Linden-/Birkeshöhstraße bis zum Bereich Zum Eickenhahn ist dabei so stark betroffen, dass die Stadt bereits im Jahr 2009 aufgrund der rechtlichen Vorgaben der EU-Umgebungslärmrichtlinie verpflichtet war, einen Lärmaktionsplan aufzustellen.

In dem zu dieser Richtlinie herausgegebenen Erlass ist festgelegt, dass Lärmprobleme im Sinne des Paragraphen 47 d Absatz 1 BImSchG, welche eine Lärmaktionsplanung zur Regelung der Lärmprobleme und Lärmauswirkungen erforderlich machen, auf jeden Fall dann vorliegen, wenn an Wohnungen, Schulen, Krankenhäusern oder anderen schutzwürdigen Gebäuden ein Schallpegel an den Fassaden von 70 dB(A) am Tag und/oder ein Schallpegel von 60 dB(A) in der Nacht erreicht oder überschritten werden.

Während die A45, als eine von zwei Hauptlärmquellen in Meinerzhagen, in der Randlage von Willertshagen diese Grenzwerte nicht erreicht, sieht das bei der Hauptlärmquelle zwei, der B54/Oststraße, anders aus.

Der Lärmaktionsplan führt dazu aus, dass „in Bezug auf den von der Haupt-Lärmquelle Bundesstraße 54 (B 54 gleich „Oststraße“) ausgehenden Straßenverkehrslärm die Lärmkartierung größtenteils vergleichbare Ergebnisse im Hinblick auf die Lärmeinwirkung auf schutzwürdige Wohngebäude und andere schutzwürdige Objekte (zwei Schulen) liefert. Im Umfeld der B 54 werden an einigen Wohngebäuden (Fassaden) gemäß der den Lärmkarten zugrunde liegenden Berechnungen Lärmpegel von 70 dB(A) und/oder von 60 dB(A) erreicht oder überschritten“. Bei den betroffenen Wohngebäuden handelt es sich fast ausschließlich um direkt am Fahrbahnrand gelegenen Häuser. Stichprobenhaft dort durch den Landesbetrieb Straßen NRW (er ist Eigentümer/Straßenbaulastträger der Bundesstraße) vorgenommene Schallpegelmessungen an den Fassaden, haben diese Berechnungen bestätigt.

Nach den Ergebnissen der letzten Verkehrszählung aus 2005 ist die B54 mit einem Kfz-Verkehrsaufkommen zwischen rund 18 000 Fahrzeugen täglich im Bereich bei „Scherlerwieden“ und rund 10 000 Kfz täglich am Ortsausgang Richtung Kierspe belastet. Die hohe Belastung an der erstgenannten Zählstelle mit über sechs Millionen Fahrzeugen im Jahr, führt somit zu der gesetzlichen Verpflichtung, einen Lärmaktionsplan aufstellen zu müssen (ab sechs Millionen Fahrzeuge pro Jahr). Insgesamt 27 Wohnhäuser im Umfeld der B 54 mit 185 Bewohnern (Stand 2009) sind von der Planung betroffen. Im Rahmen einer öffentlichen Anhörung wurden Ende Juni 2009 den Bürgern der Plan erläutert. Gleichzeitig bot die Stadt den direkt Betroffenen an, die möglichen Anträge für Schallschutzmaßnahmen zu sammeln und dann an den Landesbetrieb weiterzuleiten. Immerhin besteht in begründeten Fällen für Gebäude, die vor 1974 errichtet wurden, ein Anspruch auf komplette oder teilweise Übernahme der Kosten für nachträgliche Schallschutzmaßnahmen.

„Wir haben durch die Stadt Meinerzhagen die entsprechenden Fakten zugeleitet bekommen und jeden Einzelfall durchgerechnet“, so Kai Materne, zuständiger Mitarbeiter beim Landesbetrieb in Hagen auf Nachfrage der MZ. „Die Berechnungsergebnisse haben wir an ein von uns beauftragtes Ingenieurbüro geschickt. Von dort werden die Betroffenen direkt angesprochen oder sind es bereits schon“, erläutert Kai Materne.

Bei dieser Kontaktaufnahme werden von den Fachleuten für die jeweiligen „Lärmsituationen“ Vorschläge zur Verringerung der Lärmbelastung unterbreitet. Über die dann erzielten Ergebnisse und die „mögliche Kostenfrage“ wird danach wiederum mit dem Landesbetrieb verhandelt.„Positiv für die Betroffenen hat sich eine Absenkung des Grenzwertes ab 2011 ergeben. Dieser wurde um drei Prozentpunkte reduziert. Wir haben diesen Fakt bereits in unsere Berechnungen mit einbezogen“, so Kai Materne weiter.Dabei weist er besonders darauf hin, dass eine derartige zahlenmäßig gering wirkende Absenkung im Bereich der erlaubten Lautstärke durchaus etwa einer Halbierung des Lärms gleich komme.

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