Aggerkurven sollen sicherer werden

Die Polizei untersuchte eine der Unfallstellen nach dem tödlichen Unglück in den Aggerkurven. ▪ Archivfoto: Beil

MEINERZHAGEN ▪ In den „Aggerkurven“ bei Meinerzhagen starben in diesem Jahr bereits zwei Motorradfahrer. Grund war nach Angaben der Polizei in beiden Fälle zu hohe Geschwindigkeit.

Nachdem sich kürzlich die Unfallkommission beim Märkischen Kreis aus Anlass dieser traurigen Entwicklung mit der Sachlage beschäftigt hat, wird jetzt gehandelt. Der Unfallbrennpunkt soll durch wirkungsvolle Maßnahmen entschärft werden. Eine in die Diskussion gebrachte Sperrung der bei Motorradfahrern besonders beliebten und daher an schönen Tagen auch stark frequentierten Strecke ist allerdings zunächst kein Thema.

Josef Pille, Mitglied der Unfallkommission und als Verkehrsdezernent bei der Kreispolizeibehörde mit der Angelegenheit befasst, erläuterte gestern gegenüber unserer Zeitung die Details. Die Polizei werde auf dem unfallträchtigen Abschnitt der Landstraße 323 weiter starke Präsenz zeigen. Verdeckt und auch offen werde Tempokontrollen vornehmen, kündigt er an.

Außerdem sollen durch die zuständige Straßenmeisterei Herscheid des Landesbetriebs Straßen NRW zusätzlich Sicherungsmaßnahmen getroffen werden.

Als Sofortmaßnahme wurde in den Kurvenbereichen bereits die Zahl der Fahrbahn-Leitpfosten mehr als verdoppelt. Auf diese Weise soll auch optisch der Kurvenverlauf deutlicher hervorgehoben. Unterstrichen werden soll das auch noch durch eine Veränderung der seitlichen Fahrbahnmarkierungen.

Auch im Bereich der seitlichen Schutzplanken wird nachgearbeitet. Durch Anbringen einer zweiten, parallel niedriger angebrachten Planke wird für einen sogenannten Unterfahrschutz gesorgt. Darüber hinaus werden auch die Leitplankenpfosten ummantelt, um auf diese Weise beim Aufprall von Unfallbeteiligten die Folgen abzumildern. Gestern gab es für die technische Umsetzung dieser Maßnahmen einen Ortstermin in den Aggerkurven mit einer Fachfirma und dem Landesbetrieb.

Eine Sperrung der Strecke für Motorräder bleibe nur das wirklich allerletzte Mittel, erläutert Pille. Eine derartig einschneidende Maßnahme sei zudem rechtlich sehr schwer durchzusetzen. Im Anschluss an eine vergleichbare Häufung schwerer Motorradunfälle mit damals ebenfalls zwei Toten im Jahr 1989 hatte es zunächst eine solche Anordnung gegeben. Dies sei damals aber nur als befristete Maßnahme bis zur Umsetzung anderer verkehrstechnischer Sicherungsmaßnahmen geschehen, verdeutlicht der Erste Polizeihauptkommissar im Gespräch mit unserer Zeitung.

Verhindern möchte die Polizei künftig auch, dass sich im Bereich der Zufahrt zum Regenrückhaltebecken im Kurvenbereich, wie bislang geschehen und auch auf im Internet abrufbaren Videos zu sehen, „Schaulustige“ von waghalsigen Motorrad-Fahrten postieren. „Wir wollen hier einige Veränderungen vornehmen, die das verhindern“, kündigt Pille an. ▪ -fe

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare