Azubis sollten sich „breit aufstellen“

Wollen eine Lanze für die Ausbildung vor Ort brechen: (von links) Helmut J. Düvel, Rainer Schmidt, Nadine Franz und Sebastian Düvel. - Fotos: F. Zacharias

Meinerzhagen - Ob Kaufmann oder -frau, Verkäufer(in), Kfz- oder Industriemechaniker: Es sind oftmals dieselben Jobs, die angehende Auszubildende als Berufswunsch nennen. Dabei gibt es auf dem Arbeitsmarkt viel mehr zu entdecken – wie am Montag anlässlich der „Woche des Ausbildung“ auch in Meinerzhagen deutlich wurde.

„Ich kann an die Jugendlichen vor allem appellieren, sich breiter aufzustellen“, sagte denn auch Nadine Franz vom Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit in Lüdenscheid beim Besuch des Unternehmens CA Vending. Dort, an der Immecker Straße, wird besonders deutlich, welch attraktive Berufsfelder wohnortnah angeboten, aber nicht angenommen werden. Ein Problem, das auch die Geschäftsführer Sebastian und Helmut J. Düvel erkannt haben. Ganz konkret geht es bei CA Vending um die Ausbildung zur „Fachkraft für Automatenservice“.

„Wir stehen auf Ausbildungsbörsen, stellen Praktikanten ein, die auch immer begeistert sind – aber zu wenige wählen später tatsächlich den Ausbildungsberuf“, so Sebastian Düvel, der von der Attraktivität des Jobs überzeugt ist. „Das ist viel mehr als nur Fahren und Füllen, sondern es geht um Elektronik, Mechanik, Reinigung, nicht zu vergessen die so genannten Soft Skills, die wichtig sind.“ Sprich: Der richtige Umgang mit dem Kunden ist ein nicht zu unterschätzender Faktor, wenn man sich für den Beruf des Automaten-Fachmann bei CA Vending interessiert. Ein Job mit Perspektive, da sind sich die Geschäftsführer einig. Und nicht zuletzt Haupt- und Realschülern würden sie gerne diese Perspektive bieten, da man – wie Helmut J. Düvel erklärt – nur ungern als Zwischenstation für Abiturienten mit Zielrichtung Studium fungiere. Zumal die akademische Laufbahn nicht für jeden erstrebenswert sein muss. „Manchmal sind es auch die Eltern, die ihre Kinder dazu drängen, nach dem Abi unbedingt zu studieren“, weiß Düvel um den Druck „von außen“, dem junge Menschen teils ausgeliefert seien. Doch auch den Unternehmen müsse die Angst vor Abiturienten genommen werden, so Nadine Franz. „Denn Ausbildung schützt vor Arbeitslosigkeit“, sagte die Arbeitsmarktexpertin am Montag.

Als stellvertretender Bürgermeister hofft indes auch Rainer Schmidt auf eine möglichst breite Palette beruflicher Perspektiven für junge Menschen in Meinerzhagen. „Wir sind industriell gut aufgestellt und investieren durch die Regionale auch in die weichen Standortfaktoren“, sagte Schmidt. Er will die Jugend nach dem Schulabschluss im Ort halten – auch durch Freizeit- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Denn er weiß: „Wer einmal weg ist, der kommt meist nie wieder.“ - zach

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