„Zu wenig Fachärzte“ – Anfrage im Rat

Idealer Standort für Arztpraxen: Das Multimedicum an der Volmestraße. - Archivfoto

MEINERZHAGEN -  Heidrun Fuchs von der UWG gab in der Ratssitzung das Anliegen weiter, das ihr eine ältere Frau ans Herz gelegt hatte: „In Meinerzhagen fehlen Fachärzte.“

Von Jürgen Beil

Ein Besuch beim HNO- oder Augenarzt, so habe die ältere Dame weiter berichtet, arte für sie mittlerweile zu einer Tagesreise aus. Fuchs betonte, dass auch sie wisse, dass es für die Stadt schwierig sei, hier zu helfen.

Dem stimmte Bürgermeister Erhard Pierlings zu: „Die Stadt übernimmt für vieles die Verantwortung. Auch bei Ärzten kann man versuchen, etwas zu bewirken. Das wäre aber wohl nicht von Erfolg gekrönt. Hier haben wir einfach keine Gestaltungsmöglichkeiten.“ Pierlings verwies aber darauf, dass man bei den Voraussetzungen für eine gute Ärzteversorgung einiges erreicht habe: „So zum Beispiel mit dem Multimedicum an der Volmestraße.“

Eine gerade für Senioren interessante Alternative brachte in diesem Zusammenhang SPD-Ratsherr Rolf Puschkarsky, gleichzeitig Vorsitzender der Awo, „ins Spiel“: „Die Awo Meinerzhagen übernimmt die Fahrten zu Ärzten. Voraussetzung ist lediglich eine Mitgliedschaft bei der Awo.“

Auch Petra Gossen (SPD) hat sich in Sachen „Ärzteversorgung“ bereits engagiert – allerdings ohne Erfolg. Die Valberterin berichtete von ähnlichen Problemen auch im Ebbedorf. „Es hat deshalb schon Gespräche mit der Ärztekammer und der Kassenärztlichen Vereinigung gegeben. Dort konnte man aber auch nicht helfen. Es gibt halt kaum Ärzte, die aufs Land wollen.“

Volker Heiliger ist Pressesprecher der Ärztekammer Westfalen-Lippe. Er sieht durchaus Chancen für kleinere Städte oder Gemeinden, Haus- und Fachärzte „anzulocken“. „Das ist wie bei der Wirtschaftsförderung allgemein. Schaffe ich günstige Voraussetzungen, siedeln sich auch Ärzte an. Ich kenne ein Beispiel aus einer deutlich kleineren Stadt als Meinerzhagen. Dort stellte die Kommune dem neuen Arzt ein kommunales Gebäude für ein Jahr mietfrei als Praxis zur Verfügung. Und auch von Privatleuten kam Unterstützung: Der örtliche Blumenhändler versprach die regelmäßige Lieferung von Blumen, der Metzger legte aus seinem Angebot ebenfalls noch etwas drauf.“

Heiliger berichtete von weiteren städtischen Programmen, die in ähnliche Richtungen gehen. Ganz allgemein gelte auch für kleinere Kommunen und Mediziner dasselbe, was für jeden anderen Bürger zähle. Heiliger: „Ist die Stadt attraktiv und das für die ganze Familie, kommen auch Ärzte. Je attraktiver die Kommune, je besser.“

Einen Rat hat Heiliger auch für die Meinerzhagener Verwaltung: „Vielleicht lassen sich in Gesprächen mit der Kassenärztlichen Vereinigung Wege finden, Ärzte anzulocken.“

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