Auch in Arztpraxen: In Zeiten von Corona ist Organisation alles

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Claudius Bertram (links), sein Kollege Daniel Babczynski und Kollegin Barbara Frieling haben noch einige Schutzmasken vorrätig. Sie freuen sich darüber, dass Patienten sogar selbst genähte Masken zur Verfügung stellten.

Meinerzhagen – Claudius Bertram ist Arzt in Meinerzhagen. Zusammen mit Barbara Frieling und Daniel Babczynski praktiziert er im „Multimedicum“ an der Volmestraße. In Zeiten von Corona ist es Bertram wichtig, auf einige Aspekte hinzuweisen, die auch für seine Patienten von großer Bedeutung sind.

„Durch die Corona-Krise und die intensive Fokussierung auf die Gesundheitsgefährdung durch Covid-19 kommt es zunehmend zu einer schlechteren Versorgung anderer ernster Gesundheitsgefährdungen durch Herz-/Kreislauferkrankungen, Stoffwechselerkrankungen und vieles mehr. Um unsere Patienten vor Infektion zu schützen, aber dennoch eine weiterhin umfassende und notwendige Versorgung zu sichern, sollen sich alle Patienten immer telefonisch voranmelden“, formuliert der Arzt eine seiner wichtigsten Bitten. Und er liefert eine Begründung gleich mit: Die räumliche Trennung von Patienten. Denn: Seine Praxis wird immer wieder von Menschen aufgesucht, die unter Infektionskrankheiten leiden. Die medizinische Versorgung anderer Patienten und Routinekontrollen – auch das geht weiter. Die verschiedenen „Gruppen“ voneinander zu trennen, das ist ein wichtiges Ziel der Praxis-Mitarbeiter. Und dazu sollten sich die Patienten eben telefonisch anmelden. Nur so kann der Besucherstrom medizinisch sinnvoll gesteuert werden.

Claudius Bertram selbst kann zurzeit weiter beruhigt arbeiten. Denn: „Wir Ärzte und auch unsere Angestellten wurden bereits auf das Virus getestet und wir sind alle negativ“, atmet der Mediziner auf. Damit das so bleibt, gelten in der Praxis selbstverständlich die bekannten Abstandsregeln. „Die Patienten werden gebeten, die Praxis – wenn möglich – nur mit Mund- und Nasenschutz zu betreten. Wir halten notfalls selbstgeschneiderten Schutz für den Aufenthalt in der Praxis parat. So können die notwendigen routinemäßigen Untersuchungen und Behandlungen mit größtmöglicher Sicherheit weiter erfolgen“, informiert Bertram.

Neuerdings sei in der Praxis auch eine zertifizierte Videosprechstunde installiert, damit die Patienten kontaktlos und auch in Quarantäne sicher versorgt werden könnten. „Technisch muss der Patient dazu nur ein übliches Handy oder ein Tablet/PC mit Internetverbindung zur Hand haben. Die Verbindung baut sich sehr unkompliziert auf“, hat Bertram festgestellt. Er fügt hinzu: „Darüber hinaus findet die häusliche Versorgung durch medizinisch besonders geschultes Personal – beispielsweise für Blutentnahmen und Wundmanagement –, und auch der übliche ärztliche Hausbesuch in besonderen Fällen weiter statt. Auch unsere Senioren in den Altenheimen und Pflegeeinrichtungen werden, so weit möglich, über die Videosprechstunde betreut.“

Ein Hinweis ist dem heimischen Arzt besonders wichtig: „Patienten mit Verdacht auf Covid-Infektion oder mit bestätigter Infektion müssen immer in einem dafür eingerichteten Zentrum in Lüdenscheid behandelt werden. Das muss auch so geschehen, wenn es bei einer Behandlung nicht um die Infektion selbst, sondern um die Behandlung von Herz, Kreislauf, Schmerzen, akuten Verletzungen oder andere Erkrankungen eines Covid-positiv getesteten Patienten geht.“ 

Was die Ausstattung der Ärzte und des Personals im Multimedicum mit Schutzausrüstung angeht, könnte die Situation besser sein, räumt Claudius Bertram ein. Noch verfüge man allerdings über geeignetes Material, die Kassenärztliche Vereinigung habe die Praxis nach Kräften damit ausgerüstet, fügt er hinzu. In diesem Zusammenhang lobt der Arzt auch seine Patienten, die sogar selbst Masken hergestellt und den Medizinern übergeben hätten. „Und ein Patient hat Kontakt nach China und er hofft, dort Schutzausrüstung für uns besorgen zu können“, sagt Claudius Betram.

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