„Kiffer für immer“, „Mettall“ und anderer Unsinn

Sprayer aus der ganzen Welt sind unter dem Label „One Up“ vereint. Oft sprühen sie illegal – wie hier auf dem „Aldi-Dach“.

MEINERZHAGEN - Lebenseinstellungen wie „Kiffer für immer“, einfache Liebesbezeugungen in Form von Vornamen, Satzfragmente im Stile von „One Up“ oder ein „1Up oneup“ – dieser Unsinn und noch viel mehr lässt sich bei einem fünfminütigen Rundgang im Bereich Stadthalle als Schriftzug entdecken.

Von Jürgen Beil

Für die einen sind diese „Verewigungen“ – entweder aufgesprüht oder mit dicken Filzstiften hingeschmiert – an öffentlich zugängigen Bauwerken cool, die anderen ärgern sich.

Zu Letzteren dürften auch all diejenigen gehören, die sich durch ihr Engagement für die millionenschwere Umgestaltung des Stadthallen-Umfeldes einsetzen. Abstellen lassen sich die Schmierereien offensichtlich nicht, immer wieder finden sich Zeitgenossen, die solche Sachbeschädigungen begehen, um ihre „Botschaft“ zu verbreiten.

Die Polizei kennt das Problem, kreisweit tauchen die Schmierereien auf. „Es lässt sich beobachten, dass mal die eine und mal die andere Stadt stärker betroffen ist“, weiß Norbert Pusch, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde. Er warnt davor, zu Stift oder Spraydose zu greifen und draufloszuschmieren: „Das kann sich durchaus im Bereich einer Straftat bewegen“, weist Pusch auf die Konsequenzen hin, die den Tätern drohen.

Kein Pardon vom Ordnungsamt

Kein Pardon kennen auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des städtischen Ordnungsamtes, wenn ihnen von Schmierereien berichtet wird. Amtsleiterin Ute Otto: „Wir erstatten dann sofort Anzeige gegen Unbekannt“, erläutert sie das übliche Verfahren. Dass tatsächlich jemand erwischt wird, der für das Beschmieren von Wänden oder Ähnlichem verantwortlich ist, kommt allerdings eher selten vor. Die größten Chancen hat die Polizei, wenn sie jemanden auf frischer Tat ertappt. Immerhin: Die potenziellen Tatorte sind bekannt, sie ähneln sich: Schulzentren sind häufig betroffen, ebenso wie Wände an Orten, an denen die Täter vor den Blicken ihrer Mitmenschen ein wenig geschützt sind. Der Durchgang zum Kino unterhalb der Stadthalle oder das so genannte „Aldi-Dach“ sind Paradebeispiele dafür. An letztgenanntem Ort sind sogar noch schlimmere Sachbeschädigungen festzustellen: Glaselemente wurden hier mit roher Gewalt zertrümmert.

Norbert Pusch von der Polizei kann mit konkreten Zahlen belegen, dass auch in Meinerzhagen Strafanzeigen gegen Graffiti-Sprüher nicht gerade selten eingehen: „Allein im Jahr 2012 hatten wir davon insgesamt 23. Im gesamten Märkischen Kreis waren es im selben Zeitraum 547.“

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