Achtes Frauenfest im Haus Nordhelle

+
Frauenfest: Kathleen Müller, Christin Haidle und Eva-Maria Trollhan-Blank luden die Frauen in die einzelnen Arbeitskreise ein. ▪

VALBERT ▪ Vor 100 Jahren wurde der Weltfrauentag ins Leben gerufen. Seit dieser Zeit hat sich viel getan, doch immer wieder gab es auch Rückschritte. Die Frauen haben sich das Wahlrecht erkämpft, gingen für die Abschaffung des § 218 auf die Straßen und streiten um gleichen Lohn für gleiche Arbeit.

„Wie teilen wir das auf, was gesellschaftliche Arbeit ist“, fragte Kathleen Müller bei der Begrüßung der rund 50 Frauen. Die waren der Einladung der VHS und Haus Nordhelle zudem achten Frauenfest anlässlich des Int. Frauentages, der am 13. März gefeiert wurde, gefolgt und erlebten einen abwechslungsreichen und interessanten Tag. Der begann mit einem Stehcafé, bei dem die Frauen untereinander Kontakte knüpften und der schon bei der anschließenden Warmup-Übung, bei dem sich die Frauen in kurzen Wechseln über sehr unterschiedliche Fragen austauschten, einstimmte auf die anstehenden äußerst interessanten Themen. Für Christin Haidle, als pädagogische Mitarbeiterin im Haus Nordhelle, war es die erste große Veranstaltung, die sie souverän und mit sichtbarer Begeisterung hervorragend meisterte. Sie versprach einiges Neues und hatte dafür gemeinsam mit Kathleen Müller, stellvertretende Leiterin der VHS, und Eva-Maria Trollhan-Blank, freiberufliche Trainerin für Kommunikation, Personal und Entwicklung, zum gedanklichen Austausch in kleinen Arbeitskreisen aufgerufen. Unter der Moderation von Kathleen Müller diskutierten die Frauen über das Thema „Passt alles unter einen Hut?“ auf hohem Niveau darüber, wie realistisch es ist, Familie und Beruf zu vereinbaren, und welche Wege es gibt, die zu mehr Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern führen. „Wenn Frauen miteinander reden , dann reden sie lange und intensiv und es kommt immer etwas dabei heraus“, sagte Kathleen Müller. So wurden verschiedene Lebensmodelle diskutiert und dafür plädiert, sie auch in der Gesellschaft zuzulassen. In der Arbeitsgruppe von Eva-Maria Trollhan-Blank ging es um das Thema „Reicht der Lohn zur Absicherung?“. Die prekäre wirtschaftliche Lage vieler Frauen, Minijobs und Armut im Alter, Teilzeitstellen und gesundheitliche Einschränkungen, die viele Pläne vereitelten, warfen die Frage auf, wie sich der Arbeitsmarkt entwickeln müsse, damit auch wirtschaftlich eine Gleichberechtigung für Frauen erreicht werden könne. „Es geht nicht ohne Strategien“, sagte Eva-Maria Trollhan-Blank. Denn Frau müsse sich entscheiden, welchen Weg sie gehen wolle. Sehr emotional ging es auch im Workshop von Christin Haidle zu. Bei der Fragestellung „Bestimmt die Arbeit den Selbstwert“ wurde deutlich, dass jeder Punkt unserer Biografie ganz individuelle Erfahrungen und Aufgaben hervorgerufen habe, und zwar unabhängig davon, was Frau macht. „Es braucht keinen Beruf, um zu Selbstwert zu kommen“, war das Resümee, das Christin Haidle aus der Gesprächsrunde zog. Der „Markt der Möglichkeiten“ bot den Frauen dann Einblicke in das Berufsleben der Tiefbau-Ingenieurin Sylvia von Thienen, von Beate Hoppe, die zeigte, wie Wolle gesponnen wird und Anke Zacharias, die ihr Magazin „MK lifetime“ und ihr Rabatt-Buch „Katz und Biene“, das sich nur an Freundinnen richtet, vorstellte. Seit drei Jahren lebt die Iranerin Laila Naami in Kierspe. Sie ist begeisterte Malerin und hatte ihre Bilder mitgebracht.

Zu einem Rundgang durch die Ausstellung ihrer Fotocollagen, lud dann die Fotokünstlerin Annemarie Voigt ein, die aus diesem Anlass aus Iserlohn angereist war. Anschließend konnten die Frauen dann noch einen Blick über den Tellerrand werfen und ein Projekt der Organisation Brot für die Welt kennen lernen. Frauen in Niger bewiesen dort ihre Geschäftstüchtigkeit, in dem sie mit Hilfe von Kleinkrediten für ihre Familie eine Existenz aufbauten. Nach dem gemeinsamen ausgiebigen Abendbüfett, ging der Tag mit einem unterhaltsamen Programm zu Ende. Mit ihrer zarten Stimme begeisterte die junge Sängerin Marie Jensen aus Essen, in dem sie mehrere poetische Songs vortrug. Der Einladung zum gemeinschaftlichen Tanz unter der Leitung von Dorothee Böhlefeld ließen sich am Schluss viele Frauen noch einmal begeistert motivieren. Kathleen Müller bedankte sich bei allen Mitwirkenden für ein gelungenes Fest und besonders bei der Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen, die schon seit Jahren diese Veranstaltung finanziell unterstütze.

Bärbel Schlicht

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare