Abwasserleitungen müssen überprüft werden

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Ein Mitarbeiter der Hückeswagener Firma Börsch führt durch den Kanalschacht die Satellitenkamera ein, die auf einer maximalen Strecke von bis zu 30 Metern die Abwasserleitung durchfahren und erkunden kann. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Das Thema wird alle Meinerzhagener Haus- und Grundstückseigentümer in den nächsten Jahren intensiv beschäftigen. Es geht um den gesetzlich vorgeschriebenen Nachweis, dass die privaten Abwasserleitungen die erforderliche Dichtigkeit aufweisen.

 Um diesen Nachweis gegenüber der Stadt als zuständiger Ordnungsbehörde führen zu können, muss das Ergebnis einer Dichtigkeitsprüfung durch ein dafür anerkanntes Fachunternehmen vorgelegt werden können.

Werden bei der Untersuchung Schäden an der häuslichen Abwasserleitung festgestellt, müssen diese innerhalb einer vorgegebenen Frist beseitigt werden. So oder so: Es wird Geld kosten, wobei die Untersuchung mittels Kameradurchfahrung der Abwasserleitung mit mindestens 250 Euro zu Buche schlagen wird, die Sanierung schadhafter Abwasserleitungen aber je nach Befund auch mehrere Tausend Euro teuer werden kann.

Diplom-Ingenieur Michael Deppe vom Fachbereich Technischer Service der Stadt Meinerzhagen rät allerdings zunächst einmal allen betroffenen Bürgern dringend dazu, „noch abzuwarten, bis sich die Stadt schriftlich bei Ihnen gemeldet hat. Wer angeschrieben wird, habe dann immer noch ein Jahr lang Zeit, sich um alles zu kümmern. „Keinesfalls sollte man sich auf womöglich unseriöse ‚Haustürgeschäfte‘ einlassen, worauf sich mittlerweile ganze Drückerkolonnen spezialisiert haben, die mit dem Hinweis auf vermeintlich kurze Fristen und drohende Strafen das schnelle Geschäft machen wollen“, warnt Deppe.

Die Stadt wird bis zum 11. April mittels Satzung Klarheit geschaffen haben, welche Grundstücke in welchem Zeitraum betroffen sein werden. Dabei wird Gebrauch gemacht von der gesetzlich eingeräumten Möglichkeit zur Festsetzung abweichender Zeiträume. Die vorgegebene Frist bis zum 31. Dezember 2015 wird gebietsweise verlängert bis ins Jahr 2023. Der Ausschuss für Planung, Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt beschäftigt sich am Dienstag, 22. März, ab 17 Uhr in öffentlicher Sitzung im Rathaus mit den Einzelheiten der Satzung. Der Rat soll abschließend am 11. April entscheiden.

Die Stadt selbst muss für ihre Gebäude natürlich auch tätig werden und hat dies sozusagen im Vorgriff jetzt schon für die insgesamt vier Häuser des Rathauskomplexes an der Bahnhofstraße getan. „Das bot sich an, weil wir in diesem Jahr den Parkplatz sanieren wollen und wissen müssen, in welchem Zustand die hier verlaufenen Abwasserleitungen sich befinden“, so Deppe. Mitarbeiter der Firma Börsch aus Hückeswagen waren an insgesamt drei Tagen im Einsatz. Mittels einer biegsamen Satellitenkamera wurden alle hier vorhandenen Abwasserleitungen durchfahren. Per rechnergestützter Auswertung konnte so erstmals ein genauer Lageplan für sämtliche unterirdischen und weit verzweigten Abwasserleitungen im Rathauskomplex erstellt werden. Zum zweiten wurde ein genauer Zustandsbefund ermittelt, wobei auch mehrere schadhafte und somit sanierungsbedürftige Stellen entdeckt wurden. So zum Beispiel im Bereich der schönen großen Rotbuche vor dem Rathaus, deren Wurzelwerk ins Abwasserrohr eingewachsen ist, wodurch es zu einer Undichtigkeit gekommen ist. Die notwendigen Reparaturen müssen demnächst durchgeführt werden. Sukzessive wird die Stadt in der nächsten Zeit auch die Abwasserleitungen aller weiteren Gebäude in ihrem Bestand überprüfen lassen. ▪ -fe

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