Pfarrer Peter Wilhelm Keinecke nimmt Abschied

Das Verlesen der Chronik war ein fester Bestandteil des Neujahrsempfanges, den Pfarrer Peter Wilhelm Keinecke selbst übernahm.

Meinerzhagen - Es war ein Neujahrs-Empfang, zu dem die katholische Kirche eingeladen hatte. Doch Rückblicke und Termine spielten an diesem Samstagabend nur eine Nebenrolle. Pfarrer Peter Wilhelm Keinecke verabschiedete sich nach über acht Jahren von seiner Gemeinde, um sich neuen Aufgaben zu stellen.

Von Gertrud Goldbach

Schon bei dem einleitenden Gottesdienst war erkennbar, dass dieser Abend mehr als ein Neujahrsempfang war. Viele Gemeindemitglieder aus Kierspe und Valbert wohnten neben den Meinerzhagenern der Messe ebenfalls bei. „Ich möchte mich auch dafür entschuldigen, was mir nicht gelungen ist“, bekannte Pfarrer Keinecke während des Gottesdienstes und viele der Gemeindemitglieder waren berührt ob dieser Offenheit.

Mit vielen Gästen hatten die Organisatoren schon gerechnet. Obwohl nicht alle Gottesdienstbesucher mit in das Jugendheim an der Kampstraße kamen, platzte der Saal aus allen Nähten. Bevor die offizielle Verabschiedung beginnen sollte, warf der Ersatzgemeinderat mit Nicole Breker, Christopf Kistner und Guiseppe Pisano noch einmal einen Blick auf das vergangene Jahr. Er erinnerte an den 60. Geburtstag von Pfarrer Keinecke und an die Umstellung der Kirchenbänke in der Marienkirche. Pfarrer Keinecke selbst übernahm alsdann das Mikrofon und berichtete aus der Gemeindechronik. Neben der wirtschaftlichen und politischen Entwicklung der Welt warf er auch einen Blick auf Neuerungen in Meinerzhagen.

Eine Zeit zum Reden

 „Alles hat seine Stunde“, begann der stellvertretende Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, Kurt Huter, sich im Namen der Großgemeinde von Pfarrer Peter Wilhelm Keinecke zu verabschieden. „Es gibt eine Zeit zu schweigen und eine zu reden.“ Zeit zum Reden bekamen jetzt viele Gruppen aus der Gemeinde. Neben Kurt Huter vom Pfarrgemeinderat sprach Professor Dr. Erwin Schwab für den Kirchenvorstand, Anke Wolmerath vom Kirchenchor, die Frauengemeinschaften mit Ursula Müller, Roswitha Pracht und Rosemarie Grof, der evangelische Pfarrer Klaus Kemper-Kohlhase, sein Kollege von der Freien evangelischen Gemeinde Detlef Kühne und zum Schluss sein Kollege aus Kierspe, Pastor Gregor Myrda.

Kurt Huter erinnerte daran, dass Pfarrer Keinecke ein Mann der ersten Stunde war, seine Pfarrei wurde damals die erste Großpfarrei im Bistum Essen. „Das war nicht einfach und ging auch nicht reibungslos ab. Dessen waren Sie sich von Anfang an bewusst“, erinnerte Kurt Huter. „Neben dem Seelsorger waren Sie Manager und Werbeträger in Sachen Kirche und da kann man es nicht jedem Recht machen.“ „Ungern“ kam Pfarrer Klaus Kemper-Kohlhase. „Abschied nehmen tut weh“, bekannte er und überreichte als Geschenk „Die Verzauberung der Welt, eine Kulturgeschichte des Christentums“.

Immer auf der Suche nach dem Guten im Menschen

Für Pfarrer Detlef Kühne werden die gemeinsamen Frühstücke aller Meinerzhagener Pfarrer in guter Erinnerung bleiben, die Begegnungen auf der persönlichen Ebene stattfinden ließen. Auch sein Kiersper Kollege, Pastor Gregor Myrda, fasste seine Eindrücke zusammen. „Du hast in den Menschen immer das Gute gesehen“, resümierte er. „Du hast aber auch immer danach gesucht.“ Offen gegenüber seiner Gemeinde war Pfarrer Keinecke nicht nur in der Messe.

„Vor vier Jahren begann es, dass meine Kraft zu schwinden begann“, bekannte er zum Ende des Abends. „Ich las keine Bücher mehr, etwas, was mir immer wichtig war. In den nächsten Monaten werde ich mich um mein seelisches und leibliches Wohl kümmern und hinterlasse die Pfarrei St. Maria Immaculata, bildlich gesprochen, als einen nicht zusammenhängenden Garten mit vielen schönen Blumen, in dem aber noch mehr wachsen könnte.“

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