Neuer Ort des Gedenkens auf dem Friedhof

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Detlev Trester (links) und Rolf Puschkarsky auf der neu gepflasterten Fläche, die in den vergangenen Tagen bereits von vielen Angehörigen dazu genutzt wurde, um Blumen, Gestecke und Kerzen abzulegen.

Meinerzhagen - Der Verlust eines lieben Menschen trifft jeden hart. Nach der Bestattung ist es deshalb für viele Hinterbliebene wichtig, einen Ort zu haben, an dem sie ihrer Trauer Ausdruck geben können. In Zeiten, in denen Urnengrabstätten immer häufiger werden, ist das nicht immer einfach.

Von Jürgen Beil

Auf dem evangelischen Friedhof an der Heerstraße wurde jetzt aber eine Lösung gefunden, die zwei Interessen Rechnung trägt: Angehörige der Toten können auf den neuen Ablageflächen vor den Urnen-Grabfeldern Blumen und Gestecke niederlegen, die Friedhofsverwaltung wahrt durch die gepflasterten Flächen die Ordnung auf der Anlage und verhindert ein „Durcheinander“, das dem Gesamteindruck des Friedhofes schaden könnte.

„Früher gab es hier nur eine mit Rindenmulch bedeckte Fläche in der Nähe einer Stele. Jetzt haben wir rechts und links neben dem Bereich für die Sargbestattungen gepflasterte Bereiche, die zum Ablegen von Kränzen oder Blumen angelegt wurden“, freut sich Rolf Puschkarsky, Öffentlichkeitsreferent des evangelischen Kirchenkreises Lüdenscheid-Plettenberg. Und auch Detlev Trester, Technischer Betriebsleiter des evangelischen Friedhofsverbandes, findet die Neuerung gelungen: „Wir haben die Pflasterflächen mit Absicht rund angelegt, um einen Kontrapunkt zu den eckigen Stelen zu schaffen, auf denen die Namen der in Urnen beigesetzten Verstorbenen angebracht sind.“

Der Prozentsatz zwischen Urnen- und Sargbestattungen liegt auf dem evangelischen Friedhof an der Heerstraße zurzeit bei etwa 70 zu 30. Das liegt an dem in den vergangenen Jahren verstärkt aufkommenden Wunsch, bereits zu Lebzeiten dafür zu sorgen, die Pflege der eigenen Grabstätte für die Hinterbliebenen so einfach wie möglich zu machen. „Viele ältere Menschen wären zudem mit einer Grabpflege überfordert“, weiß auch Detlev Trester. Eine Alternative – neben der Beauftragung eines Gärtners – sind für viele Menschen deshalb Urnengräber.

Unweit des Gräberfeldes und damit auch der neuen Ablageflächen werden im kommenden Frühjahr darüber hinaus neue Bänke aufgestellt, die zum Verweilen und zur Besinnung einladen. Der Untergrund in Form von Betonplatten wurde dafür bereits vorbereitet – jetzt fehlen nur noch die neuen Sitzmöbel.

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