Evangelisches Gymnasium: Zurück zu G9

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Schulleiter Sven Dombrowski und seine Stellvertreterin Miriam Haarbach werden die Rückkehr zu G9 organisieren.

Meinerzhagen - Bereits die kommenden Fünftklässler werden am Evangelischen Gymnasium Meinerzhagen wieder neun Jahre Zeit bis zum Abitur bekommen.

In acht Jahren wird die Schule dann um einen Jahrgang aufgestockt. „Zurück zu G9“, so lautet die Devise auch auf dem Bamberg. Die Abkehr vom 2005 in Nordrhein-Westfalen eingeführten Abitur nach acht Jahren an den weiterführenden Schulen ist damit in der Volmestadt vollzogen – und das nach überwältigenden Mehrheiten in allen beteiligten Gremien.

Schulleiter Sven Dombrowski und seine Stellvertreterin Miriam Haarbach berichten von einer hundertprozentigen Zustimmung im Kollegium. Und auch in der Schülervertretung sei das Votum für G9 mit einer Mehrheit von mehr als zwei Dritteln ausgefallen, fügt der Rektor hinzu. An dem Entscheidungsprozess seien grundsätzlich alle beteiligt worden, die von der Neuausrichtung betroffen sein werden, berichtet Sven Dombrowski weiter. So habe es in der Schulkonferenz eine überwältigende Zustimmung gegeben, zum Abitur nach neun Jahren zurückzukehren, erläutert er. „Es war der Wunsch von Eltern und Schülern, die Tage nicht zu lang werden zu lassen. Und erst in der vergangenen Woche haben wir mit dem pädagogischgen Dezernenten der Evangelischen Landeskirche Dr. Wolfram von Moritz über dieses Thema diskutiert. Kollegen, Elternschaft und Schülervertretung waren dabei. Jetzt läuft unser Antrag bei der Landeskirche, zu G9 zurückzukehren“, beschreibt der Schulleiter den derzeitigen Stand der Dinge.

Dass die Landeskirche als Träger der Einrichtung sich gegen die am Evangelischen Gymnasium vorherrschende Meinung stellen wird, gilt als höchst unwahrscheinlich. Doch was bedeutet G9 praktisch für das heimische Gymnasium? Wird es beispielsweise weiterhin eine Mensa mit einem Essensangebot am Mittag geben, wenn der Unterricht bereits um 13 oder 13.30 Uhr endet? Details dazu müssen noch geklärt werden, auch angesichts der Tatsache, dass die Zukunft des Caterers, des Evangelischen Tagungszentrums Haus Nordhelle, noch ungewiss ist. Für Sven Dombrowski steht allerdings fest, dass es auch in Zukunft Mahlzeiten – in welcher Form auch immer – geben wird: „Der Nachmittagsunterricht für die Oberstufe bleibt ja unverändert erhalten. Die Mensa ist ein zentraler Raum unserer Schule. Wir werden also weiter auf gute Verpflegung achten, die wir auch für Schüler brauchen, die an Nachmittagsangeboten wie dem Chor teilnehmen.“

Darüber hinaus ist das Kollegium froh, den Unterricht durch G9 „entzerren“ zu können. Dombrowski: „Wir erachten es als Chance, nun über einige Dinge neu nachzudenken. Wir hätten gern die Möglichkeit des Lernens mit mehr Muße. Und auch unser diakonisches Profil könnte geschärft werden.“ Auch außerschulisches Engagement werde für die derzeit 850 Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen wieder verstärkt möglich – ob im Verein, kulturell, in der Politik, der Musikschule oder in der Kirchengemeinde. Das habe unter G8 gelitten.

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